Fangemeinde Großes Herz-Schmerz-Abschiedsfest

Volles Haus, prächtige Stimmung: Die Kornis bei ihrem Abschieds-­Konzert in Eschenbach.
Volles Haus, prächtige Stimmung: Die Kornis bei ihrem Abschieds-­Konzert in Eschenbach. © Foto: Jürgen Schäfer
Eschenbach / Jürgen Schäfer 12.02.2019

 „Auf geht’s! Pack mer’s!“  Die  Kornis ließen es noch einmal krachen in ihrem Stammlokal, dem Eschenbacher Schützenhaus, wo sie sonst immer den Saisonauftakt gefeiert haben. Diesmal war’s ein Hoch auf all die Jahre, die sie mit ihren Fans erlebt haben, auf große Momente mit Stars und Reisen in die Welt hinaus. Korni-Urgestein Wilfried Koller packte Erinnerungen und Anekdoten aus, die sich in der Ära der Kornis und früher der Kornberg Buam angesammelt haben. Wehmut?  Abschiedsschmerz? Natürlich war das da bei diesem letzten Frühschoppen. Aber dann auch wieder nicht. Es wurde geschunkelt, geklatscht und mitgesungen, wie immer. Ein Herz-Schmerz-Abschiedsfest.

Die Kornis – das war Musik und mehr. Ins Ötztal sind sie gefahren, in Kühtai hoch auf der Alm haben sie beim Musikantentreffen mitgemischt. Skiausfahrten haben sie veranstaltet, und die Musi war dabei.

Die Fans haben auch ihre Erinnerungen. Erika Webinger hat ihren Sechzigsten mit den Kornberg Buam im Heininger Hof gefeiert. Das war für sie das Größte. „Alle haben gesagt: ‚Gute Musik’“, erzählt sie. Ein Fan dieser Kultband ist sie ja schon immer. Wo sie spielten, war sie dabei.

Bei Gisela Buchele haben sie sogar vor der Haustür gespielt. Das war in Wäschenbeuren. Damals war Gisela Buchele Wirtin der „Krone“, und die legendäre Band machte Musik zum Pfingstmarkt, draußen auf der Kronengasse. Gisela Buchele schmunzelt. Da zogen die Kornberg Buam die Leute an wie ein Magnet und stahlen dem Markt die Show.

Die Fangemeinde der Kornis ist groß, das ist eine große Familie, auch bei den Fan-Wanderungen hat man das gesehen. Wer hat sowas schon geboten außer den Kornis. Zum Rechberg, nach Schlat, am Kornberg. Und man darf staunen, dass es unter so vielen Fans noch einen ganz besondere Anhängerin gibt: Edel-Fan Monika Kovacs.  Diesen Titel hat die Band ihr verliehen, so wird sie coram publico begrüßt, erzählt sie stolz. Die Hattenhoferin und ihr Mann waren einfach immer dabei, von Anfang an, sie kamen auch zu den Skiausflügen, obwohl sie selber nicht skifahren. Gestern noch im Krankenhaus, heute bei den Kornis. So hat es Edel-Fan Monika Kovacs schon erlebt, und sie kann die Musi der volkstümlichen Band nicht nur als schön, sondern auch als heil­sam empfehlen. Runde Geburtstage – die hat sie natürlich mit den Kornis gefeiert.

Und jetzt, wo es die Kornis nicht mehr gibt? Das ist für Monika Kovacs und all die anderen ganz bitter. Die Kornis gehörten zu ihrem Leben. Aber vielleicht gibt es noch einen Rettungsanker. Reinhold Mori, der Mann für die Blasinstrumente und den Bass, hat ja noch eine Band in petto, verrät Monika Kovacs. Allerdings weiter weg. Immerhin – eine Option. Anderen bleibt nur die Wehmut. „Alles hat seine Zeit“, sagt Gisela Buchele.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel