Auf die Ursprünge des Weltfrauentages, der jährlich am 8. März gefeiert wird, ging Sonja Schäfer vom Salacher Gemeindereferat Jugend und Senioren ein. Von der Gründerin des seit über 100 Jahren fest verankerten Weltfrauentages, Clara Zetkin, bis zu den Missständen, die noch heute die Position der Geschlechter spalten, berichtete die Sprecherin.

Vom Wahlrecht, geringeren Bildungsmöglichkeiten über Zwangsheirat, Genitalverstümmelung und Ehrenmorden reiche die Palette. Sonja Schäfer, die die Veranstaltung federführend organisiert hatte, zeigte an einigen Frauenschicksalen auf, wie sehr sich Frausein auch in unserer modernen Zeit von der männerdominierten Gesellschaft unterscheidet.

"Es besteht kein Anlass, den Weltfrauentag zu streichen", so die Sprecherin. Ihren Appell richtete sie an die rund 70 anwesenden Frauen: "Zeigen Sie konkrete Ideen auf, wie die Zukunft für Frauen aussehen soll." Dazu hatten die Organisatoren im Foyer viele leere Kartons zum Beschriften vorbereitet. "Lassen Sie uns gemeinsam ein Haus für die Zukunft der Frau bauen", ermunterte Schäfer. Musikalische Kost servierte der Frauenchor des örtlichen Liederkranzes. Auch das Gitarrenduo der evangelischen Kirche hatte einige Stücke im Gepäck.

Bei Kaffee und Kuchen wurde im Anschluss generationen- und nationalitätenübergreifend nach Herzenslust geplaudert. Das gefiel auch Jutta Brinker, die Stammgast des Weltfrauencafés ist: "Es ist unterhaltsam und ich kann ein Schwätzle mit anderen Frauen halten." Auch Claudia Becker vom Referat Jugend und Senioren hatte Grund zur Freude. "Die zahlreichen Besucherinnen sind diesmal bunt gemischt vom Alter und der Nationalität." Ein bisschen Bammel habe sie gehabt, ob der neue Standort angenommen werde, weil das seit Jahren feste Domizil des Weltfrauencafés im evangelischen Gemeindehaus aus organisatorischen Gründen nicht zur Verfügung stand.

Aber Frauen aus Japan, Indien, Spanien, aus der Türkei, dem Kosovo, aus Albanien und Bosnien fanden neben den Einheimischen den Weg ins Schulgebäude. "Sie alle waren informiert durch die Integrations-Sprachkurse, die die Gemeinde Salach in Kooperation mit der AWO Göppingen anbietet", erklärte Becker. Auch für die Kinderbetreuung war gesorgt.