Funkelschatz Große Freude über ein kleines Spiel

Auch am großen Modell des Funkelschatzes wurden Siegerfotos mit Lena und Günter Burkhardt gemacht.
Auch am großen Modell des Funkelschatzes wurden Siegerfotos mit Lena und Günter Burkhardt gemacht. © Foto: Kinderspiel des Jahres
Gosbach / GZ 14.06.2018

Günter und Lena Burkhardt sind wieder zurück aus Hamburg. Dort wurde am Montag ihr Spiel Funkelschatz zum Kinderspiel des Jahres gewählt. Der Gosbacher Spieleautor schildert im Folgenden seine Eindrücke von der Preisverleihung:

Am Anfang stand eine Überraschung. Die Kinderspieljury hatte unseren Funkelschatz aus über 150 Spielen ausgewählt und zusammen mit zwei anderen Spielen für das Kinderspiel des Jahres nominiert. Damit konnte eigentlich nicht gerechnet werden, ist das Spiel doch eher klein und hat keine so große Schachtel wie andere. So fieberten ich und meine Tochter Lena der Verleihung eher skeptisch entgegen. Im Vorfeld verdichteten sich dann aber die Anzeichen, dass das Spiel vielleicht doch eine reelle Chance haben könnte.

Also ging die Reise nach Hamburg los. Am Abend vor der Pressekonferenz fand dann ein Festessen der Jury mit allen Nominierten im Atlantic Hotel statt – jenem Hotel, in den Udo Lindenberg seit vielen Jahren wohnt und der dort auch öfters an der Bar anzutreffen sein soll. Aber nicht so an diesem Tag. All die leckeren Dinge vom Buffet standen allerdings nicht im Mittelpunkt. Die Frage war, ob man schon irgendwie Anhaltspunkte für die Entscheidung der Jury finden konnte. Die anderen Verlage waren stark vertreten. Unser Spiel kam uns plötzlich wieder ganz klein vor, denn von Haba, dem Verlag von Funkelschatz, waren nur zwei Vertreter anwesend. Gegen Ende des Abends keimte dann wieder Hoffnung auf, setzte sich doch Sabine Koppelberg, die Leiterin der Jury an unseren Tisch und unterhielt sich lange und ausgiebig mit Lena. Ein gutes Zeichen für das Siegerinterview am nächsten Tag?

Am Tag darauf reiste dann auch noch der  Geschäftsführer von Haba an und dämpfte die Hoffnungen gleich wieder. Er sei schon oft hier gewesen, auch als Favorit, und dann wieder ohne Preis nach Hause gefahren. Die Spannung stieg nun, denn die Pressekonferenz wurde zunächst noch geprobt. Kinder einer Hamburger Schulklasse hatten die Spiele gespielt und jeweils zwei Kinder stellten als Paten ein Spiel vor. Es wurde der offizielle Vorstellungsfilm der Jury gezeigt und wir waren wieder guten Mutes. Doch als in den Filmen die anderen Spiele alle irgendwie ganz toll waren, fingen wieder die Zweifel an.

Und tatsächlich wussten zu diesem Moment nur zwei Personen im Raum, welches Spiel den Titel gewinnen würde. Die sieben Jurymitglieder hatten alle geheim ihre Wahl abgegeben und waren ebenso gespannt wie die Autoren und Verlage. Die Spannung stieg und mit einem Countdown wurde das Spiel bekanntgegeben. Und als die richtige Säule mit dem Funkelschatz leuchtete, kannte unsere Freude keine Grenzen mehr.

Routiniert und locker

Jetzt ging der Trubel erst richtig los. Unmittelbar nach Übergabe der Trophäe und dem Siegerinterview stürzten sich Kamerateams und Journalisten auf uns. Ihr Ziel war vor allem Lena, die routiniert und locker zum zehnten Mal erklärte, wie sie die Idee zu dem Spiel hatte. Dass die Eisringe eigentlich Holzringe von Vorhangstangen waren und die Edelsteine ursprünglich Holzklötzchen. Als die Veranstaltung dann zu Ende war, verschnauften wir erst einmal in einem Liegestuhl eines Cafés an der Alster.

Doch der Heimweg sollte Probleme machen. Wegen der schweren Gewitter wurde mein Heimflug gecancelt und ich musste noch eine Nacht in einem Flughafenhotel verbringen. Und der Sicherheitscheck wunderte sich über den seltsamen großen Holzpöppel in meinem Handgepäck, winkte mich dann aber doch durch. Der Zug meiner Tochter fuhr immerhin, allerdings mit Verspätung. Aber mit der Trophäe im Gepäck ließ sich das alles locker ertragen.