"Rattenscharf", beantwortet Jonas die Frage des preisgekrönten Spontaneitäts-Experten, ob es ihm denn gefallen habe. Der obercoole und "gern ganz böse" Landwirt aus Roßwälden war nur ein Opfer von vielen, die der Erfinder des "Energetischen Spontan-Kabaretts" eindrucksvoll in sein Programm torpedierte. Wie bei allen, bewies Sascha Korf auch bei diesem unfreiwilligen Mitspieler ein glückliches Händchen, so war der gemächlich-gottergebene Charakter des Jungbauern ein herrlich grotesker Kontrast zum kölschen Redeschwall des ausgebildeten Schauspielers und Theaterpädagogen.

Im Grunde hatte der 46-jährige Komiker ja keine Ahnung, wie sich der Abend entwickeln würde, besteht sein Repertoire doch größtenteils aus zungenfertiger Improvisation und sprühender Fantasie - gespickt mit ungewolltem Dazutun seitens des Publikums. Während das "Innenministerium Schlierbach" seinen besten Beamten Marco ins Uditorium absandte, geht ihm bei einem Liebespärchen aus Baltmansweiler buchstäblich das Herz auf. Also holt Sascha Korf flugs den Tobi auf die Bühne, drückt ihm eine Klingel für "ja" in die rechte, eine Hupe für "nein" in die linke Hand und zelebriert schlagfertig seine humorige Version, wie Tobi einst seine Anna kennenlernte.

Bankbürgschaften-Mitarbeiterin Sandra aus Esslingen widmet er gar ein persönliches Gedicht und auch Seniorin Elfi, die dank ihres Mannes Erich mitdurfte, widmet er liebevoll gereimte Zeilen: "Ist Sex so kurz und langweilig wie ein Selfi, dann schnapp ich mir mal schnell die Elfi." Schließlich sei er selbst in einem Alter, wo der Körper der Kleidung entgegen wachse, und seinen letzten Sex habe er noch zu D-Mark-Zeiten gehabt: "Das weiß ich auch nur, weil ich damit gezahlt habe." Aber auch im Alleingang ist er ständig in Bewegung: "Sport liebe ich besonders beim Sitzen." Darüber hinaus sammelt er Weight-Watchers-Punkte, ernährt sich täglich sowie ausschließlich von sechs Gläsern Wein und einer Gurke und lebt fortwährend im Kalorien-Dispo. Zwischendurch fragt er sich mit Blick auf Conchita Wurst: "Wann eigentlich hat Angelina Jolie etwas mit Harald Glööckler gehabt?" und stellt mit großen Kulleraugen fest: "Wenn 84-Millionen-Ronaldo nach Athen wechselt, ist er mehr wert als das ganze Land."

Immer sympathisch und familientauglich schwadroniert Korf über die Tücken des Alltags.