Soziales Große Chance für die Gemeinde

Früher bauten hier Kleingärtner ihr Gemüse an. Im Gebiet Krautländer will die Gemeinde Salach neuen Wohnraum schaffen und das neue Viertel, wie auch das Schachenmayr-Areal (im Hintergrund), gut in die Gemeinde einbinden.
Früher bauten hier Kleingärtner ihr Gemüse an. Im Gebiet Krautländer will die Gemeinde Salach neuen Wohnraum schaffen und das neue Viertel, wie auch das Schachenmayr-Areal (im Hintergrund), gut in die Gemeinde einbinden. © Foto: Staufenpress
Hans Steinherr 12.01.2018

Aus einem Ideenwettbewerb des Landes für innovatives Planen generationengerechter städtebaulicher Entwicklung erhält Salach 80 000 Euro Preisgeld. Es geht um die Gestaltung und Entstehung zweier neuer Wohngebiete. Wie sollen die Quartiere „Schachenmayr“ und „Krautländer“ aussehen? Wie können sie städtebaulich attraktiv und generationengerecht mit Einrichtungen ausgestattet werden, damit dort Leben und Wohnen für Jedermann und vor allem sozial und zukunftsweisend möglich sein kann. Anders formuliert: Wie plant man auf kommunaler Ebene Leben und Wohnen für die Zukunft? Eine besondere Aufgabe und einmalige Chance, die man in Salach nutzen will. Das ehemalige Firmenareal „Schachenmayr“ und die „Krautländer“ – früher den Kleingärtnern vorbehalten – liegen so markant und zentral in Salach, dass einer Überplanung und Entwicklung der Bereiche bereits weit mehr als lediglich lokale Aufmerksamkeit zuteil wird.

Vor bereits knapp vier Jahren hatte die Gemeinde als eine von damals 22 Pilotkommunen in Baden-Württemberg im Rahmen einer „Zukunftswerkstatt“ damit begonnen, sich Gedanken über eine familienfreundliche, bürger­aktive und demografiesensible kommunale Entwicklung zu machen. Zu analysieren, was gut und in der Kommune bereits vorhanden ist, was fehlt und anders gemacht werden könne, um Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit zu verbessern. Interessierte Bürger fingen an, sich damit auseinander und Impulse zu setzen.

Als im Sommer vergangenen Jahres das Landesministerium für Soziales und Integration einen Ideenwettbewerb „Quartier 2020 – Gemeinsam Gestalten“ ausschrieb, bewarb sich die Kommune mit einem Konzept zur sozialen Entwicklung der beiden Quartiere „Schachenmayr“ und „Krautländer“. Die Ideen aus der Zukunftswerkstatt erwiesen sich als übertragbar. Salach ging in dem Wettbewerb unter 147 Teilnehmern als einer der Gewinner hervor und erhielt im November 80 000 Preisgeld.

Das Geld, so Salachs Bürgermeister Julian Stipp, werde benötigt, um einen Quartiersmanager beschäftigen zu können. Er soll als Koordinator zwischen Investor (den man zur baulichen Umsetzung und Finanzierung braucht und laut Bürgermeister Julian Stipp auch bereits hat), Kommune und Ideen produzierenden Bürgern fungieren. Um in Salach Zukunft gestalten zu können. Zunächst für die beiden neuen Wohnquartiere. Darüber hinaus dann aber auch für weitere Quartiere und in der Summe für ganz Salach.

Ideen seien genug vorhanden: An Begegnungsstätten für Jung und Alt, für Neubürger und Eingesessene ist gedacht. An barrierefreie Räume, kurze, verkehrsarme Wege zu den Infrastruktureinrichtungen, auch an ein Mehrgenerationenhaus. Nichts, was unbedingt neu erfunden werden muss, jedoch bestmöglich miteinander kombiniert werden kann. Was dann, wenn die 80 000 Euro an Preisgeldern aufgebraucht sind? Dann, so die Idee in Salach, haben sich in den jeweiligen Vierteln Quartiersvereine gegründet. Die sollen für ihre Viertel die Managementaufgaben übernehmen. Bis dahin sollte das Meiste an Entwicklungsaufgaben auf den Weg gebracht sein. Überregional wird man den Entwicklungsprozess des Salacher Weges beobachten. Obwohl die Gemeinde nicht zu den 188 Kommunen zählt, die Mitglied im Städtetag Baden-Württemberg sind, hat der Städtetag hat bereits angekündigt, man werde mit Interesse die Entwicklung mitverfolgen.

Salacher Konzept überzeugte Jury

Quartier 2020 An dem Landeswettbewerb haben sich 147 Kommunen beteiligt. Die Gemeinde Salach überzeugte mit ihrem Konzept zur sozialen Entwicklung des Schachenmayr-Areals und des künftigen Wohngebiets Krautländer. Die 80 000 Euro Preisgeld sollen unter anderem zur Beschäftigung eines Quartiersmanagers verwendet werden.