Gammelshausen Groß-Bau-Projekt mit Ampel-Folgen

Spatenstich in der Ortsmitte: Bürgermeister Daniel Kohl (2.v.l.) mit  Werner Flesch und Thomas Dalm von der Kreisbau (Bildmitte). Rechts Architekt Peter Welz und Bauleiterin Anette Nille, links Hans-Peter Riedmüller vom Bauunternehmen Steeb. 
Spatenstich in der Ortsmitte: Bürgermeister Daniel Kohl (2.v.l.) mit  Werner Flesch und Thomas Dalm von der Kreisbau (Bildmitte). Rechts Architekt Peter Welz und Bauleiterin Anette Nille, links Hans-Peter Riedmüller vom Bauunternehmen Steeb.  © Foto: Staufenpress
Gammelshausen / JÜRGEN SCHÄFER 06.10.2016
Ein Achtfamilienhaus in der Ortsmitte ist das größte Bauprojekt in Gammelshausen seit Jahrzehnten. Es bringt auch eine Fußgängerampel mit sich.

Auf der großen Brachfläche wirkt das Tischchen verschwindend klein, an dem am Donnerstag in den Farben Gammelshausens angestoßen wurde: in rot und gelb, vielleicht auch eher weiß, mit edlen Getränken aus Schlat, der anderen Obstbaugemeinde. Spatenstich für ein Baugrundstück von elf Ar in der Ortsmitte von Gammelshausen – wann hat es das zuletzt gegeben. Es liegt in zweiter Reihe und ist nur Teil der Baulücke, die von der Hauptstraße ins Grüne führt, zu Weizenfeldern, die dann vor der Haustür der künftigen Bewohner liegen.

Ein Achtfamilienhaus für zwei Millionen wird hier in den nächsten 14 Monaten entstehen.  Das Interesse war schon vor dem Verkaufsstart groß, der jetzt erfolgt. „Es vergehen keine zwei Tage, dass bei uns im Rathaus einer anruft“, verrät Bürgermeister Daniel Kohl. Die schickt er dann weiter zur Kreisbau. Sie hat das Baugrundstück gerne gekauft, um es zu vermarkten. Geschäftsführer Thomas Dalm glaubt, dass sich das Haus hauptsächlich mit Gammelshäusern füllen wird. So wie es in Heiningen war. „Der Stuttgarter wird nicht kommen.“ Er erwartet einen Mix aus Middle-Age und 60plus, wie in Heiningen und Bad Boll. Steuern wolle man nichts. Die Kreisbau sei offen für alle Interessenten, die Vergabe erfolge nach dem Windhund-Prinzip.

Auf Zuwachs für Gammelshausen freut sich der Schultes. Wenn Senioren aus dem Ort hierher umziehen, weil ihnen ihr Haus zu groß geworden ist, machen sie auch wieder Wohnraum frei. Junge Familien bringen Kinder mit. Kohl betrachtet das Projekt auch als städtebaulichen Gewinn: zwei Geschosse plus Dachwohnungen,  moderne Architektur, Flachdach.

Barrierefrei auch. Es gibt einen Aufzug bis hinunter zur Tiefgarage, keine Schwellen im ganzen Haus. Heißt dann auch: bodengleiche Duschen. Der Technische Leiter der Kreisbau, Werner Flesch, betont noch anderes. Es sei ein Effizienzhaus 55, mit geringem End-Energiebedarf und innovativem Heizsystem. Eingebaut werde eine Gaswärmepumpe, die es bisher nur in kleineren Häuser gebe. Die unterstütze das Gas-Brennwertgerät. Die kontrollierte Lüftung arbeite mit Wärmerückgewinnung.  Zwölf Parkplätze bekommt das Haus,  acht in der Tiefgarage und vier ebenerdig. Zwei kommen an den Schulweg, der das Haus von der Ortsmitte erschließt. Er führt als Feldweg weiter zu Schule und Kindergarten in Dürnau.

Eine Großbaustelle und der Schulweg: Bürgermeister Daniel Kohl will das so nicht laufen lassen. Jedenfalls nicht, so lange große Baufahrzeuge durchrollen. Er lässt den Schulweg für Fußgänger sperren. Kinder und Eltern sollen die Parallelstraße weiter unten im Dorf nehmen, die auch zur Schule führt.  Um sie dorthin zu lenken, wird an der Hauptstraße eine provisorische Fußgängerampel installiert. Wie lange sie gebraucht wird – Kohl will das vom Bauablauf abhängig machen.

Kreisbau im Voralbgebiet aktiv

Bestand: Die Kreisbau hat in Gammelshausen seit den 60er Jahren drei Mehrfamilienhäuser. Sie sind alle schon modernisiert, sagt Geschäftsführer Thomas Dalm.

Umgebung: Die Kreisbau ist im Voralbgebiet aktiv. In Heiningen und Bad Boll hat sie gebaut, in der Breite III und am Bahnpark. Jetzt in Gammelshausen, in Dürnau folgt ein Elf-Familienhaus. Das sind Projekte für den Wohnungsmarkt. Die Kreisbau baut auch Mietwohnungen, etwa in Schlierbach.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel