Uhingen Grafik von Klee, Picasso und Miró auf Schloss Filseck

Joan Miró: Ohne Titel. Die Radierung aus dem Jahr 1958 ist Teil der Grafischen Sammlung der Stadt Esslingen und von Freitag an mit vielen weiteren grafischen Meisterwerken aus Esslingen auf Schloss Filseck zu sehen.
Joan Miró: Ohne Titel. Die Radierung aus dem Jahr 1958 ist Teil der Grafischen Sammlung der Stadt Esslingen und von Freitag an mit vielen weiteren grafischen Meisterwerken aus Esslingen auf Schloss Filseck zu sehen. © Foto: VG Bild-Kunst, Bonn
Uhingen / SWP 10.07.2014
Grafische Meisterwerke unter anderem von Paul Klee, Pablo Picasso und Joan Miró sind den Sommer hindurch bis 28. September auf Schloss Filseck zu sehen. Die Vernissage findet am Donnerstag um 19.30 Uhr statt.

Ein ganzes Jahrhundert Kunsthistorie tut sich auf in einer neuen Ausstellung auf Schloss Filseck, die Grafik von 1905 bis 2000 zeigt. Zu sehen sind in der Ausstellung "Gegenstände der Kunst" Exponate prominenter sowie weniger bekannter Künstler. Bei der Vernissage am Donnerstag um 19.30 Uhr sprechen Thomas Wolf von der Schloss-Filseck-Stiftung der Kreissparkasse Göppingen sowie Wolfram Hosch, Kulturreferent der Stadt Göppingen. Über die reichen Facetten der gezeigten grafischen Werke referiert Werner Meyer, Direktor der Kunsthalle Göppingen.

Was sind die Gegenstände der Kunst?

Pablo Picasso zeichnet schwungvoll mit präziser Linie eine Frau im Profil. Sie ist sein Gegenstand. Er radiert danach aufmerksam ihr Porträt und widmet sich damit einer klassischen Gattung der Kunst.

Ein Porträt zeigt auch Ernst Ludwig Kirchners Holzschnitt "Straßenszene" von 1914. Doch variiert Kirchner etwas, denn er wechselt den Gegenstand und porträtiert nun nicht den Menschen allein, sondern das Leben in der Stadt.

Willi Baumeister spielt wiederum mit der Abstraktion der Formen, wenn er eine Tänzerin (1954) oder einen Läufer (1934) darstellt und dabei auf spannende Weise dieses Mal Bewegungen porträtiert.

Figurativ sind auch die Farbsiebdrucke der US-Künstlerin Nancy Spero, die an der documenta X teilgenommen hat. In "Der Akrobat" (1993) oder "Der Vietnamese" (1994) verwandelt sie die Gestalten, die sie wie Bruchstücke auf der Fläche des Blattes verteilt. Andere Themen wie Gewalt, Krieg und die Verletzlichkeit der Person kommen in diesen handgedruckten Blättern zum Ausdruck.

Weitere Gegenstände der Kunst sind Landschaften, die Architektur oder Dinge und Objekte. Das kann ein Tisch sein oder ein Stein, wie bei Friedrich Meckseper. Erich Heckels Holzschnitt "Stralsund" (1912) steht die Serie der Häuser (1949) des Malers und Lyrikers Werner Held gegenüber, in deren flächigen Formen sich die Eindrücke der Bauten von Berlin spiegeln.

Es kann natürlich auch ein Thema Gegenstand der Kunst werden, eine Erzählung oder eine Geschichte. Paul Klees berühmter Seiltänzer (1923) schildert die Wagnisse des Lebens.

Picassos "Atelier des Bildhauers" (um 1933) fügt sich in die große Tradition der Atelierbilder, Georges Braque greift in der farbigen Lithografie Hélios II (1946) auf Motive der Mythologie zurück.

Die Frage nach der Komposition stellt Wassily Kandinsky mit seinen Holzschnitten aus der Serie der "Kleinen Welten" (1922). Die Künstler der Avantgarde des 20. Jahrhunderts haben sich wie kaum zuvor den Künsten der Grafik zugewandt und in gemeinschaftlichen Mappen ihre Experimente und Ideen Blatt für Blatt gesammelt.

Auch die Kunst selbst kann zum Gegenstand der Kunst werden. Ben Vautier, wichtiger Vertreter der Fluxus-Bewegung in den 60ern, reflektiert humorvoll das Machen von Kunst und die Rolle des Künstlers. Die Materialität von Kunst nimmt Günther Uecker in den Blick, der in der Ausstellung mit mehreren Prägedrucken vertreten ist.
 


Öffnungszeiten: Di. bis So. 14-17 Uhr und nach Vereinbarung (bis 28. September). Informationen zu Führungen und Workshops erteilt die Kunstvermittlung/Museumspädagogik der Kunsthalle Göppingen, Telefon: (07161) 65 07 95, E-Mail: kunstvermittlung@kunsthallegoeppingen