Bad Boll Berta-Tag bleibt Besuchermagnet

Bad Boll / Sabine Ackermann 04.10.2018
Der Berta-Tag in Bad Boll ist und bleibt ein Besuchermagnet. Gräfin Berta und ihr Gefolge hatte gut zu tun.

Es gab schon schönere Vormittage der Deutschen Einheit. Wolkig, regnerisch und gerade mal 11 bis 14 Grad – ein Wetter, das den ehrenamtlichen Schaffern beim Aufbau der traditionellen Berta-Tafel einiges an Optimismus abverlangte. Bleibt’s so? Wird’s besser? Kommt überhaupt jemand?

Und ob! Nicht zum ersten Mal klärte sich just um 12 Uhr der Himmel auf und lockte zahlreiche Besucher aus dem Haus. Ob nun Gräfin Berta, Schultes Hans-Rudi Bührle oder Karin Stolz, Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins (GHV) den guten Draht nach oben hat ist Makulatur – letztendlich ließen sich die Bad Boller ihr Traditionsfest nicht vermiesen. „Alle Jahre wieder dreht sich alles um die Berta“, so auch der Rathauschef, und motiviert nochmals alle „Bertas“, sich zu melden, jede bekomme eine Urkunde und auf drei der Namensvetterinnen warten tolle Preise aus der Region.

Darüber hinaus dankte Bührle den 43 mitwirkenden Firmen und Betrieben und bedauerte, dass die Führung der Margarethe Hauschka Schule abgesagt wurde. „Gestern bei der Obstannahme sagte jeder zweite: tschüss, bis morga“, verrät Karin Stolz, die nochmal das Programm der GHV-Mitglieder hervorhebt und den jungen Helfern vom TSV Bad Boll sowie Tanja Blessing für den Blumenschmuck auf der Berta-Tafel ihren Dank ausspricht.

Dann ergreift die Adlige das Wort. So gerne sie im Himmel walte, so gerne verbringe sie die Zeit in Bad Boll, um den Menschen aus ihrem Leben zu erzählen. Und das macht Barbara Reik alias Gräfin Berta (1090-1142) sowie ihr Gefolge mit Herzblut.

Die schöne Bade-Bollisima

Erstaunlich wie sie den Bogen spannt, wie sie die damaligen Wildgänse mit den gerupften Federn aus der örtlichen Bettenfabrik verbindet oder wie die Wäscherin Bollba (Birgit Frohberger) zur edlen Schönheit Bollisima wird. Eine Quelle frei von Ungeziefer habe diese entdeckt. Die Heilkraft des Schwefelwassers verbanne Läuse, mache die vom Waschen geschundenen Hände wieder zart. „So wurde aus der einfachen, armen, schmutzigen Magd die schöne Bade-Bollisima“, erfahren die schmunzelnden Zuschauer von der Gräfin und wer mochte, durfte seine Hand in dem Wunderwasser baden.

Zum Träumen verführte Uschi Rother, begeisterte mit ihrem Spiel auf der Veeh-Harfe, einem wohlklingenden und eher unbekannten Instrument. Dann meldet sich plötzlich die erste Namensvetterin – die 84-jährige Berta Geiger aus Zell. „Manche kennen mich vielleicht noch als Berta Braun aus Bad Boll“, verrät sie lachend. Bis auf ihre Mutter und jemand aus der Verwandtschaft kenne sie nicht viele Bertas, berichtet sie, und ahnte da noch nicht, dass sie den ersten Preis von insgesamt sechs gemeldeten Bertas gewinnt.

„Seit ich in Rente bin, kann ich diesen Tag genießen“, freut sich Rosemarie Schmidtlein, die bis dato oft in der Pflege arbeiten musste. Mit ihrem Mann und dem Nachbarn Markus Schurr lässt sie es sich schmecken, alle sind vom Essen, den Portionen und dem Preis-Leistungsverhältnis sehr angetan.

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