Lauterstein Gospelchor Chorisma gibt Hoffnung 300 Besucher in der Sankt-Martinus-Kirche

Der Chor Chorisma stellte am Sonntagabend vor rund 300 Besucher sein neues Gospel-Musical in der Nenninger Martinus-Kirche vor.
Der Chor Chorisma stellte am Sonntagabend vor rund 300 Besucher sein neues Gospel-Musical in der Nenninger Martinus-Kirche vor. © Foto: Patricia Moser
PATRICIA MOSER 11.11.2014
Sein neues Gospel-Musical stellte Chorisma in der Nenninger Martinus-Kirche vor. Schauspiel, Chorgesang und Soli sorgten für Gänsehautmomente.

Einen tiefgehenden musikalischen Abend versprach Pfarrer Ronald Bopp in der Sankt-Martinus-Kirche am Sonntagabend vor gut 300 Besuchern. Wie sehr der Chor diesem Anspruch gerecht wurde, bewies der tosende Applaus und die Bravo-Rufe am Ende der Veranstaltung. Mit einem neuen Chor-Projekt namens "Hope" trat der gut 40-köpfige Gospelchor vor sein Publikum.

Unterstützt von stimmungsvollem Licht und fetziger Bandmusik erzählte das Musical die Geschichte der Sklaverei. Szenisch dargestellt bekamen einzelne Menschen eine Stimme und beschrieben damit die Furcht, die Hoffnung und auch Freude in dieser Menschen verletzenden Situation. "Ein Stück Menschheitsgeschichte, die prägend war für die Entwicklung der Menschenrechte", so beschrieb Pfarrer Bopp in seinen Begrüßungsworten den Inhalt des Musicals.

Schauspielerisch und gesanglich agierten die Chormitglieder exzellent und sorgten nicht nur einmal für Gänsehautgefühl. Mit zwölf Gospelliedern sang man Gospelklassiker. Mit "Wade in the water" eröffnete man leise den Abend. Zahlreiche Soli zeigten die hervorragenden Qualitäten jedes einzelnen Chormitgliedes. Vorgelesene Textbeiträge schlugen einen Bogen zu aktuellem Zeitgeschehen. Das Thema Menschenrechte wurde damit aktuell betrachtet mit dem Blick auf Kinderarbeit in Bangladesch und Kindersoldaten in Afrika.

Mit "Hope", also Hoffnung, führte großes Leid hin zum Glauben und Hoffnung. Dieses verstand der Chor in immer wieder bewegenden Momenten ausdrucksstark zu vermitteln. "Free your soul" beschrieb die Arbeit auf dem Feld. "Mamaliye", ein afrikanisches Lied, beschrieb die Erinnerungen der Sklaven an Afrika, Chorisma machte dieses Land lebendig und gegenwärtig.

Mit dem bekannten Gospellied "Kum Ba Yah" bat man Gott um Hilfe und so mancher im Publikum konnte mitsingen. In historischen Quellen wurde geforscht für die Gestaltung der Texte im Schauspiel von den Chormitgliedern Elisabeth und Uwe Franke aus Uhingen. Die Leiterin von Chorisma, Elke Lang, leitete in beeindruckender Weise Trommelgruppe, Band, Solisten und die 40-köpfige "Sängerschar". Mit "Thank you" beendete man das Musical in leidenschaftlicher Weise und gab danach noch eine Zugabe.

Das Konzert am Sonntagabend führte durch alle Gefühlslagen und wurde mit begeistertem Applaus belohnt. Chorisma wurde seiner Wortkreation mehr als gerecht und zeigte reichlich Können und Charisma.