Gastro Göppinger Gastroszene in Bewegung

Familie Costanza führ das Traditionslokal „Wilder Mann“ fort. Auf dem Bild v.l.n.r.: Gerda und Valero Montesi, Mario, Maria, Salvatore, Emilia
Familie Costanza führ das Traditionslokal „Wilder Mann“ fort. Auf dem Bild v.l.n.r.: Gerda und Valero Montesi, Mario, Maria, Salvatore, Emilia © Foto: Margit Haas
Göppingen / Margit Haas, Kristina Betz 16.06.2017
Über 40 Jahre war Valero Montesi Inhaber des „Wilden Mann“. Familie Costanza folgt nun nach. Auch in anderen Lokalen gab es Wechsel.

Maria und Mario Costanza sind Gastronomen mit Leib und Seele – und deshalb bestand auch sofort eine gute Verbindung und ein gutes Einverständnis, als sie von Valero Montesi gefragt wurden, ob sie Interesse hätten, seine Gaststätte „Wilder Mann“ in der Österbachstraße in Göppingen zu übernehmen. Die ist schon fast eine Institution: Vor über 40 Jahren hatte der Italiener als einer der ersten in Göppingen sein eigenes Lokal eröffnet.

Diese Tradition werden Maria und Mario Costanza fortführen. Im Service werden sie von Sohn Salvatore und seiner Frau Emilia unterstützt. In der Küche sorgt Mario Costanza dafür, dass sich für die Gäste möglichst wenig ändert. „Wir haben die Speisekarte übernommen und bewusst nichts verändert“, bekräftigt er. Erst nach und nach will er eigene Akzente setzen, will verstärkt leichte Gemüsegerichte kochen und auch eine umfangreiche Auswahl an Fischgerichten anbieten. In jedem Fall sollen die Gäste die bewährte Qualität des „Wilden Mann“ weiter serviert bekommen. Denn auch wenn Valero Montesi selbst die Verantwortung für die Pizzeria in jüngere Hände abgegeben hat, schaut er doch regelmäßig vorbei, gibt Tipps und freut sich, dass er jetzt „ganz entspannt mit den Gästen ein Schwätzle halten kann“.

Viele sind Stammgäste bereits in der zweiten Generation und die „schauen uns ganz genau auf die Finger und vergleichen uns“, weiß Maria Costanza. Diesem kritischen Blick wollen sie und ihre Familie aber standhalten. Auf der Speisekarte finden sich weiter italienische Klassiker, aber auch schwäbische Speisen. Sie zu kochen hat Mario Costanza bereits vor Jahrzehnten gelernt, als er den „Radkeller“ übernommen hatte. Lange Jahre betrieb er dann gemeinsam mit seiner Frau die Cafeteria des Christophsbades und eine Vereinsgaststätte. Unverändert blieben nicht nur die Speisekarte, sondern auch die Öffnungszeiten – auch des Außenbereichs im Sommer.

Auch beim griechischen Restaurant „Kühler Grund“ in der Göppinger Carl-Benz-Straße gab es zum 1. März nach Jahrzehnten einen Pächterwechsel. Ebenfalls über 40 Jahre führte Georgios  Alexiadis das Lokal. Die neue Inhaberin Christina Kanelli möchte ebenfalls am Bewährten festhalten. „Es wäre schade, eine solche Traditionsgaststätte zu ändern. Öffnungszeiten und Speisekarte bleiben wie gehabt. Auch der Fischtag Mittwoch und Samstag bleibt“, sagt Kanelli. Dennoch werde sie noch neue Ideen und Gerichte mit in die Speisekarte einbringen.

Eine größere Veränderung stand vor zwei Monaten in der südlichen Freihofstraße an. In den Räumen des ehemaligen Imbisses Dietz, früher Kümmerle, eröffnete das „Anami“ und bringt nach eigener Aussage seither „New York Szene Flair“ nach Göppingen. Das Restaurant verkörpere den Geist der in Deutschland aufgewachsenen Asiaten, mit Einflüssen verschiedenster Kulturen, heißt es auf der Homepage des Lokals. Der Inhaber, Thi Dieu Thuy Nguyen, betreibt ein weiteres Anami-Restaurant in Pforzheim.