Uhingen Göppingen rückt Denkmal nicht raus

Zankapfel: Göppingen will das Denkmal des August Freyherr von Münch, der am 17. September 1851 gestorben ist, nicht mehr hergeben.
Zankapfel: Göppingen will das Denkmal des August Freyherr von Münch, der am 17. September 1851 gestorben ist, nicht mehr hergeben. © Foto: Margit Haas
Uhingen / MARGIT HAAS 29.09.2015
Der Landschaftspark Schloss Filseck entwickelt sich positiv. Zwischen der Stadt Göppingen und den neuen Schlossherren gibt es aber Unstimmigkeiten. Es geht um ein Denkmal, das seit 40 Jahren am Storchen steht.

Er muss ein geliebter Sohn gewesen sein, jener "August Freyherr von Münch", der am 17. September 1851 im Alter von gerade einmal 23 Jahren gestorben ist. Seine Eltern jedenfalls, damals Herren auf Schloss Filseck, ließen ihm im erst wenige Jahre alten Schlosspark ein Denkmal setzen. Dort stand es bis ins Jahr 1971 hinein. Damals hatte ein Feuer das Schloss weitgehend zerstört.

"Um das Erinnerungsmal zu sichern, wurde die Stadt Göppingen gebeten, es vorübergehend zu sichern", erinnert sich Werner Litz vom Förderkreis Schloss Filseck. "Das war absolut richtig, sonst wäre es sicher kaputt gegangen." Litz weiß aber auch, dass es über diese Leihgabe "keinerlei schriftlichen Belege gibt". Gleichwohl war er davon ausgegangen, dass es kein Problem sein dürfte, das Denkmal zurückzubekommen, das seit vielen Jahren im Garten des städtischen Museums Storchen steht. "Wir haben bei der Stadt angefragt, weil es ursprünglich im Park von Schloss Filseck stand und es den ursprünglichen Aufstellungsort wieder gibt", bestätigt Thomas Wolf von der Schloss-Filseck-Stiftung.

Die Stadt Göppingen indes vertrete den Standpunkt, dass es "wesentliches Kulturgut der Sammlung des Storchen sei", erfuhr Wolf. "Das bedauern wir sehr." Werner Litz wird deutlicher. "Das Angebot, das uns die Stadt gemacht hat, ist doch unmöglich." Von dort war nämlich vorgeschlagen worden, für Filseck eine Kopie herzustellen. "Dann steht ja das Original an einem Ort, mit dem es nichts zu tun hat, und am richtigen Ort wäre eine Kopie zu sehen." Was beim Förderkreis für Unmut sorgt, ist aber nicht unüblich. "Es gibt moderne Abgussverfahren, die das Original so täuschend echt nachbilden, dass sogar Experten einen zweiten Blick benötigen", sagt Kreisarchäologe Dr. Reinhard Rademacher. Für Litz und die Mitglieder des Förderkreises, die sich seit Jahren im und rund um das Schloss engagieren, wäre es dennoch "eine wirklich tolle Geste, wenn Oberbürgermeister Guido Till zur Einweihung des Landschaftsparks das Denkmal mitbringen würde".

Darauf werden sie aber wohl vergeblich hoffen. Die Stellungnahme von Göppingens Pressesprecher Olaf Hinrichsen ist kurz und eindeutig: "Die Stele als Teil der Sammlung des Museums im Storchen wird im Garten des Museums zusammen mit anderen steinernen Zeugnissen präsentiert. Sie sollte aus unserer Sicht in ihrem dortigen Kontext und Bezug verbleiben."

Bewegte Geschichte

Eigentümer: Der Schlosspark von Schloss Filseck war Mitte des 18. Jahrhunderts von General Carl Magnus Leutrum von Ertingen angelegt worden. Nach dessen Konkurs übernahm der Augsburger Bankier Christian I. von Münch das Schloss. Die Familie Münch besaß die Renaissance-Anlage bis 1971. Damals zerstörte ein Feuer das Bauwerk weitgehend. 1986 kaufte der Landkreis das, was vom Schloss übrig geblieben war, um es als Kulturdenkmal zu erhalten. Nach Bauarbeiten war Schloss Filseck im Juni 1994 eingeweiht worden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel