Nach unzähligen  Beschwerden von Fahrgästen auf der Filstalbahn wegen überfüllter Züge hat der Betreiber der Regionalbahnen, Go-Ahead, nun Zahlen zu Kapazitäten vorgelegt. Auf der Filstalbahn sieht das Ergebnis der ersten Wochen laut einer Pressemitteilung folgendermaßen aus: Im Zeitraum vom 15. Dezember bis 9. Januar hat das Unternehmen in den Hauptverkehrszeiten (5 bis 9 Uhr und 16 bis 19 Uhr) bei 40,1 Prozent der Fahrten die vom Land bestellten und im Verkehrsvertrag festgelegten  Sitzplatzkapazitäten exakt erfüllt, bei 40 Prozent der Fahrten mehr als die bestellten Kapazitäten zur Verfügung gestellt. In 19 Prozent der Fahrten wurden demnach geringere als die bestellten Sitzplatzkapazitäten gefahren.

Chaos auf der Filstalbahn Go-Ahead entschuldigt sich

Kreis Göppingen

Bei Betrachtung der Fahrleistung über den gesamten Tag hinweg kommt Go-Ahead nach eigenen Angaben auf einen Anteil von 8,7 Prozent der Fahrten mit zu wenig Sitzplätzen. Gordon Lemke, der Technische Geschäftsleiter, erklärt in der Pressemitteilung, wie es dazu kommt: „Uns fehlen aktuell drei fünfteilige Flirt-Fahrzeuge. Wir erwarten die Lieferung unseres Fahrzeugherstellers Stadler Pankow in den kommenden Wochen.“

Drei Ursachen für die Misere

Verspätungen und Zugausfälle im Filstal lassen sich laut Lemke weitgehend auf drei Ursachen zurückführen: Spontane Krankmeldungen bei einer dünnen Personaldecke und Fahrzeugstörungen, die der Fahrzeuginstandhalter Stadler behebe. Die dritte Ursache sei die Überlastung der Filstal-Schienenstrecke. Auch Netzstörungen wie Personenunfälle, Überholungen durch vorrangige Züge und Signalstörungen führten immer wieder zu Verspätungen oder Ausfällen. „Uns sind die Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste bewusst und wir überprüfen derzeit, ob die bestellten Kapazitäten und der Fahrplan optimiert werden müssten“, sagt Lemke.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hofelich aus Salach fordert unterdessen ein Notfallprogramm des Landesverkehrsministers. „Wir können nicht länger warten, bis irgendwann in Zukunft neues Wagenmaterial beschafft wird“, betont er. „Umso erstaunlicher ist es, dass weder das grün geführte Verkehrsministerium noch der neue Betreiber Go-Ahead erklären, wie diesen unhaltbaren Zuständen Abhilfe geschaffen werden kann.“ Hofelich glaubt: „Zum Beispiel hätten Doppelstockwagen für höhere Kapazitäten sorgen können. Jetzt steht das Verkehrsministerium in der Pflicht, die brenzlige Situation zu entschärfen.“