„Das Land ist nicht zufrieden mit den Schlechtleistungen des Eisenbahnverkehrsunternehmens.“ Das schreibt Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) an seinen Parteifreund und Göppinger Landtagsabgeordneten Alex Maier. Der hatte sich wegen der Zustände auf der Filstalbahn schriftlich an den Minister gewandt.  „Wie haben sich die bestellten Fahrgastkapazitäten auf der Filstalbahn unter Go-Ahead im Vergleich zum vorherigen Auftragnehmer DB Regio entwickelt?“, fragt Maier. „Die Vorgaben des Landes sind Mindestanforderungen“, antwortet Hermann. Bei den problematischen Zügen habe Go-Ahead bisher nicht die geforderten Kapazitäten eingehalten. „Die bestellten Zugkapazitäten reichen aus Sicht des Verkehrsministeriums aus, um den Bedarf zu decken und entsprechen den vorherigen Mengen.“

Offenbar Besserung seit 16. Januar

Maier wollte auch wissen, wie oft die Züge zu kurz waren. Hermann schreibt, dass „diverse Zug­angebote“ nicht wie gefordert bereitgestellt wurden. Seit 16. Januar habe sich das nach einer Besprechung im Ministerium jedoch gebessert und die Forderungen würden eingehalten. Die Pünktlichkeit der Züge ist laut Hermann nicht das größte Problem. Ende Dezember und Anfang Januar habe sie bei 91 Prozent gelegen, in der zweiten und dritten Januarwoche bei jeweils unter 88 Prozent. Nicht näher äußert sich der Minister zu möglichen Entschädigungen für die Fahrgäste. Das Land werde sich dafür einsetzen, dass die Pendler entschädigt werden sollen.

Postkarten-Aktion am Bahnhof

Unterdessen haben die SPD-Abgeordneten, die Kreis-SPD und die SPD-Kreistagsfraktion eine Postkarten-Aktion initiiert. „Uns erreichen täglich empörte Zuschriften von Bahnkunden und Pendlern. So kann es nicht weitergehen“, kritisieren die Abgeordneten Sascha Binder, Peter Hofelich und Heike Baehrens laut einer Pressemitteilung. Deshalb würden die Sozialdemokraten in den kommenden Tagen an den Bahnhöfen im Landkreis Göppingen Postkarten verteilen, die die Pendler an den Verkehrsminister senden können – „um auf die untragbare Situation aufmerksam zu machen“. Die Politiker fordern von Minister Hermann einen Notfallplan, nachdem es zum Start ins Jahr chaotische Zustände gegeben hatte. Am Mittwoch verweigerte der Grünen-Politiker jedoch eine persönliche Stellungnahme im Verkehrsausschuss des Landtags.

Stuttgart / Göppingen

Go-Ahead auf der Filstalbahn Pendler-Entschädigung soll kommen

Kreis Göppingen

Verkehrsminister Winfried Hermann und Go-Ahead-Geschäftsleiter Gordon Lemke kommen am Mittwoch, 5. Februar, um 19.30 Uhr zum Bürgerdialog ins Uditorium nach Uhingen.