Landesverkehrsminister Winfried Hermann hat am Dienstag bei einem erneuten Krisengespräch von der Geschäftsführung von Go-Ahead Baden-Württemberg rasche Lösungen bei den Kapazitäts- und Qualitätsproblemen auf den neu betriebenen Strecken verlangt. „Go Ahead erfüllt unsere vorgegebenen Kapazitätsanforderungen vielfach nicht. Das gilt insbesondere im Berufsverkehr.

Hinzu kommen zuletzt zu viele personalbedingte Ausfälle ganzer Zugfahrten. Wir erwarten eine unverzügliche Besserung“, sagte der Minister laut einer Pressemitteilung. Die entscheidenden Pendlerzüge in den Stoßzeiten seien zu kurz, deshalb forderte er den Fahrzeughersteller Stadler Pankow auf, die noch ausstehenden drei Züge zeitnah an Go-Ahead zu liefern.

Bis Februar drei neue Züge

Der technische Geschäftsleiter von Go-Ahead Baden-Württemberg, Gordon Lemke, erklärte, dassintensiv an kurzfristigen Lösungen gearbeitet werde, um gegenzusteuern. So werde vom heutigen Mittwoch an dafür gesorgt, dass im Filstal in den Hauptverkehrszeiten mehr Fahrzeuge entsprechend der Bestellung des Landes eingesetzt werden. Zudem habe Stadler zugesagt, Ende Januar einen und im Februar zwei Züge zu liefern.

Schon vor dem Krisengespräch hatte der Göppinger Landtagsabgeordnete Alex Maier (Grüne) am Dienstag die Geschäftsführung von Go-Ahead aufgefordert, „die unhaltbaren Zustände auf der Filstalbahn schnellstmöglich zu beenden“ und die Fahrgäste für entstandene Unannehmlichkeiten zu entschädigen, dies geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Maier schlägt Busse als Notlösung vor

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, sollten unkonventionellere Lösungsmöglichkeiten in Erwägung gezogen werden. „Ich fordere Go-Ahead auf, zu prüfen, ob beispielsweise ein Schienenersatzverkehr durch Busse für die hochfrequentierten Pendlerzüge eine vorübergehende Option darstellen kann. Damit gäbe es eine Alternative, dass Fahrgäste nicht frierend am Bahnsteig stehen müssen. Was den Pendlerinnen und Pendlern aus dem Landkreis zugemutet wird, ist eine Unverschämtheit und nicht tolerierbar“, meint Maier. „Des Weiteren halte ich es für eine Selbstverständlichkeit, die Fahrgäste zu entschädigen, wenn versprochene Leistungen nicht erbracht worden sind.“