Freizeit Gingens Jugend mag es schmutzig

Gingen / Celina Sautter 29.12.2017
Sprünge über Schanzen, Bremsmanöver im Dreck: Jugendliche wollen einen Dirt-Bike-Park bauen und bekommen Hilfe vom Bürgermeister.

Bald heißt es für viele Kinder und Jugendliche in Gingen „anpacken und mithelfen“. Der Bau des Dirt-Bike-Parks (wir berichteten) steht im Frühjahr 2018 an. Vor etwa fünf Wochen traf sich bereits die erste Arbeitsgruppe für die Gestaltung und Planung des Parks. Gingens Bürgermeister Marius Hick freute sich über das große Interesse an diesem Projekt und stellte der Arbeitsgruppe verschiedene Plätze vor, die für Gingens neue Attraktion in Frage kommen könnten. Sicher ist, dass die Jugendlichen bei der Gestaltung und dem Aufbau dabei sein sollen, denn sie sind beim Projekt die Experten. Wieso sie sich einbringen, verraten der 14 Jahre alte Max Moll und der gleichaltrige Robin Jantschek.

Wer ist auf die Idee gekommen, einen Dirt-Bike-Park zu bauen?

Max: In Gingen gibt es sehr viele Kinder und Jugendliche, die Fahrrad fahren. Ein Kumpel von mir hat sich immer Videos von Fahrrad- und Motorradfahrern, die spezielle Tricks zeigen, angeschaut und mich damit sozusagen angefixt. Mittlerweile machen das aber echt viele in Gingen, sogar die Jüngeren. Deshalb haben wir bei Gingens Bürgermeister Marius Hick einfach mal angefragt, ob wir sowas nicht in unserem Ort bauen könnten.

Robin: Auf dem Platz, auf dem wir bis jetzt immer gefahren sind,  wird jetzt das Pflegeheim des Samariterstifts gebaut. Aber so ein richtiger Dirt-Bike-Park war das eben nie. Max ist deshalb mehrmals zum Bürgermeister gegangen und letzten Endes haben wir Jugendlichen uns mit ihm und unseren Eltern getroffen, um das Ganze mal zu bereden.

Was ist das Besondere am Dirt Biken?

Robin: Es ist einfach toll, gemeinsam mit Kumpels über Schanzen zu springen und nicht nur normal auf der Straße zu radeln, denn das wird auf Dauer einfach langweilig.

Max: Ich finde es einfach total spannend. Am meisten macht mir das Tricksen beim Fahren Spaß. Man trifft oftmals die ganzen Freunde, denen das auch gefällt, und kommt so durch das gemeinsame Hobby zusammen.

Werde ich dreckig beim Dirt Biken?

Max: Na klar! Vor allem bei Regen.

Robin: Die Hügel und Schanzen sind nicht aus Beton wie manche Half Pipes, sondern aus Erde. Da wird jeder einmal dreckig.

Ist das Biken gefährlich?

Max: Es geht. Bis jetzt ist noch nicht wirklich Schlimmes passiert.

Robin: Man muss eben unbedingt vorsichtig sein. Ein Mann hat sich auch schon einmal überschätzt und ist auf dem Gesicht gelandet.

Wie hat Bürgermeister Marius Hick auf eure Idee reagiert?

Max: Wir haben mit ihm einen Termin auf dem alten Dirt-Bike-Platz vereinbart und einfach mal ganz viele Jugendliche und Erwachsene zusammengetrommelt. Wir wollten damit beweisen, dass es ganz viele gibt, die an so einem Park interessiert sind, um ihr Hob­by sozusagen ausleben zu können.

Robin: Im Endeffekt waren dort etwa 30 Jugendliche und 50 Erwachsene. Da hat der Bürgermeister dann schon gemerkt, dass es echt viele Interessenten gibt, die sich auch an einem Bau beteiligen würden, weshalb die Besprechungen für den Dirt-Bike-Park begonnen haben.

Was halten eigentlich eure Eltern von eurer Idee?

Max: Die sind total begeistert und finden es echt toll, dass wir uns für sowas engagieren. Früher hab‘ ich meinen Papa immer damit genervt, ob er mit mir in den Wald zum Biken gehen kann. Der ist echt froh, wenn ich in Zukunft mit meinen Kumpels im Park fahren kann.

Robin: Sie finden, dass es eben eine gesunde Alternative zum Zocken und ein toller Ausgleich zur Schule ist. Fußball spielen kann man oft auch in der Schule. Über Hindernisse springen hingegen nicht.

Wo soll der Park entstehen?

Robin: Das steht noch nicht ganz fest.

Max: Einiges muss noch geklärt werden. Allerdings sollte für jeden die Anfahrt passen. Der alte Platz war zum Beispiel von der Lage her perfekt, da er eben ganz zentral war. So ein Gelände werden wir leider nicht nochmal finden.

Und wer baut den Park im Endeffekt?

Max: Das werden hauptsächlich wir Jugendlichen übernehmen, weil wir davon auch am meisten Ahnung haben. Aber wir werden auch Hilfe von unseren Eltern bekommen. Bekannte von uns haben einen Bagger und einen Lastwagen, sodass sie das Baumaterial leicht herbringen können.

Robin: Damit das Ganze sinnvoll verbaut wird, werden wir aber auch noch Spezialisten dazu holen, die sich auf dem Baugewerbe auch wirklich auskennen.

Wer darf später einmal den Dirt- Bike-Park nutzen?

Max: Da darf jeder kommen. Ich kenn auch viele Ältere, die ziemlich gut fahren und als Alternative auf einem Park in Eislingen fahren. Für die Jüngeren ist es schwieriger dorthin zu kommen, weil die Entfernung zu groß ist, als dass sie mit dem Fahrrad dorthin fahren könnten.

Robin: Allgemein würden wir das Tricksen auf Schanzen eher erfahrenen Bikern empfehlen. Aber es lässt sich bestimmt einrichten, etwas für Jüngere zu bauen. Dann ist es auch besser für die erfahrenen Biker, da somit die großen Schanzen nicht von Anfängern blockiert werden. Wenn es nur einen Schwierigkeitsgrad gibt, wird’s irgendwann langweilig.

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