Rohrbrüche Gingen will Rohrbrüche schneller orten

Gingen / Stefanie Schmidt 05.12.2017

Zwölf Prozent des Wasserverbrauchs der Gemeinde Gingen gehen auf das Konto von Wasserrohrbrüchen, erläuterte Kämmerer Patriz Burger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Die Stelle zu finden, an der ein Rohr geplatzt ist, sei bisher schwierig.

Jeden Morgen gehe in der Verwaltung eine automatisierte Nachricht ein. Sie vermeldet, wie viel Wasser  um 3 Uhr aus dem Hochbehälter geflossen ist. Der Normalwert liegt bei 0,5 Litern pro Sekunde. Ist der Wasserverbrauch mitten in der Nacht signifikant größer, ist vermutlich irgendwo unter Gingens Straßen ein Wasserrohr  gebrochen.

Dann muss der Bauhof ausrücken und mit einer Art übergroßem Stethoskop akustisch nach dem Leck suchen. Eine aufwendige Mission mit unsicherem Ausgang, die nur bei wenig Verkehr möglich ist. Manch ein Wasserrohrbruch werde erst später durch Zufall bei anderen Arbeiten an der Kanalisation entdeckt, sagte der Kämmerer.

Logger messen Geräusche

Deshalb plädiert die Verwaltung schon seit längerem dafür, ein Leckageortungssystem anzuschaffen:  60 sogenannte Logger messen die Geräuschkulisse in ausgewählten Schächten. Per Funk gehen die Daten direkt  auf das Handy von Bauhofleiter Roland Frey. Eine App zeigt an, in welchem Schacht Alarm geschlagen wurde.

Mit einem solchen System, das für gut 36 000 Euro zu haben ist, könne die  Gemeinde viel Wasser und viel Zeitaufwand sparen, versicherte Burger dem Gemeinderat. Für Beschaffung und  Installation des Systems, das auch von der Energieversorgung Filstal (EVF) verwendet werde, seien bereits 50 000 Euro im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Wasserversorgung eingestellt.  An jährlichen Pflegekosten würden 476 Euro anfallen: Die Batterien der Logger müssen etwa alle fünf Jahre ausgetauscht werden.

 Gemeinderat Klaus Staffa  betonte, dass der Bauhof trotz des neuen Leckagesystems nicht darauf verzichten dürfe, die Schächte regelmäßig in Augenschein zu nehmen, damit Rost, Dreck oder Rattenkot nicht unbemerkt bleiben. „Das muss trotzdem turnusmäßig ablaufen“,  forderte  er. Denn alles könne einem die Technik nicht abnehmen.

Mit einer Enthaltung von André Steck und einer Gegenstimme von Gerd Müller sprach sich das Gremium schließlich dafür aus, das Ortungssystem anzuschaffen.