Gingen Gingen startet Millionenprojekt

Die Grundschule (links) erhält 2015 einen dreigeschossigen Anbau. Dann werden das Verwaltungsgebäude und der Hauptschultrakt (Mitte und rechts) abgerissen, dafür werden 2016 Mensa, Mehrzweckraum und Kindergarten gebaut.
Die Grundschule (links) erhält 2015 einen dreigeschossigen Anbau. Dann werden das Verwaltungsgebäude und der Hauptschultrakt (Mitte und rechts) abgerissen, dafür werden 2016 Mensa, Mehrzweckraum und Kindergarten gebaut. © Foto: son
HARTMUT ALEXY 13.11.2014
Gingens Gemeinderat hat am Dienstagabend die Aufträge für den An- und Neubau der Hohensteinschule mit einem zweigruppigen Kindergarten vergeben. Im Dezember kommen die ersten Handwerker.

Mit Baukosten von voraussichtlich 4,15 Millionen Euro bleibt Gingens neue Hohensteinschule nun 150.000 Euro unter der Kostenschätzung vom Februar. Das nahm Gingens Gemeinderat am Dienstag einigermaßen befriedigt zur Kenntnis, bevor er jeweils einstimmig seinen Grundsatzbeschluss zum Bau des Schulhauses mit Kindergarten bestätigte und die Aufträge für den An- und Neubau vergab. Bürgermeister Marius Hick sagte: "Damit haben wir das bedeutendste Bauprojekt der vergangenen Jahrzehnte auf den Weg gebracht."

Die Architektengemeinschaft Behringer-Popovic-Stadelmayer hatte die Kosten vor einem Jahr noch auf 3,8 Millionen Euro geschätzt. Die erweiterte Gemeinschaft Bauer+Behringer-Popovic-Stadelmayer schockierte den Gemeinderat dann vor einem halben Jahr mit der Summe von 4,3 Millionen Euro (wir berichteten). Nun lagen die Ergebnisse der Ausschreibung vor. Sie seien "sehr gut" ausgefallen, meinte Ordnungsamtsleiterin Verena Vàmosi, und Bürgermeister Hick freute sich, dass einige Aufträge auch an Firmen aus Gingen, Süßen oder Geislingen gehen. Um nicht auf den Kosten eines unvorhersehbaren Ausfalls sitzen zu bleiben, schließt die Gemeinde eine Bauleistungsversicherung ab.

Auch für die Heizungsanlage bringe die Ausschreibung eine Verbesserung, hieß es im Rat. Gingen sieht nicht zuletzt wegen der hohen Folgekosten davon ab, das Blockheizkraftwerk zu reaktivieren. Es hätte zwar allen elektrischen Strom geliefert, den die Schule braucht, aber auch viel Wärme, die im Sommerhalbjahr ungenutzt geblieben wäre. Eine Heizung mit Luft-Wärme-Pumpe, bei der die beiden vorhandenen Gaskessel im Wechsel arbeiten, wäre wirtschaftlicher, sagte der Bürgermeister. Die Wärmepumpe koste 23.000 Euro, ins Blockheizkraftwerk hätte die Gemeinde dagegen 60.000 bis 100.000 Euro investieren müssen.

Der Plan für den "Bauablauf" steht auch schon, Architekt Norbert Behringer erläuterte ihn. Die vorbereitenden Arbeiten starten bereits im Dezember: Die Toilettenanlage im Hauptschulgebäude wird vorübergehend wieder geöffnet, damit die alten Toiletten der Grundschule umgebaut werden können. Mitte Januar wird die Verbindung zwischen dem Haus der Grundschule und dem Verwaltungsbau abgebrochen, das Verwaltungshaus bleibt jedoch vorerst stehen. Dann wird der dreigeschossige Anbau an die bisherige Grundschule im Rohbau hochgezogen. Während der Sommerferien oder Ende September zieht die Verwaltung ins neue Haus um und noch im Herbst startet der zweite Bauabschnitt mit dem Abriss des Verwaltungs- und des Hauptschulgebäudes. Das neue eingeschossige Haus mit Mensa, Mehrzweckraum und zweigruppigem Kindergarten soll Ende 2016 bezugsfertig sein.

Gemeinderat Christian Hofmann vermisste in der Ausschreibung die Außenanlagen. Diese Aufträge sollte Gingen sinnvollerweise erst in zwei Jahren vergeben, antwortete der Architekt. Die geschätzten Kosten seien in der angegebenen Bausumme aber schon berücksichtigt. Gemeinderat Klaus Staffa fragte nach der Finanzierung. Ohne Kredite werde es nicht gehen, sagte der Bürgermeister. Doch das Geld sei gut investiert: "Das ist eine Generationenaufgabe."