Gammelshausen Gewerbesteuer: Gammelshausen ist Spitzenreiter

INGE CZEMMEL 23.01.2016
Gammelshausen dreht an der Steuerschraube: Bei der Erhöhung der Grundsteuern bleibt es nicht, auch die Gewerbesteuer steigt.

Die Tatsache, dass in Gammelshausen finanziell magere Zeiten anbrechen, führte dazu, dass bereits in der Dezembersitzung diverse Anträge gestellt wurden, von denen man sich Einsparungen oder Mehreinnahmen versprach. So wurde der Etatposten für das Dorffest von 2000 auf 1000 Euro reduziert und die Grundsteuern A und B, die erst vor Jahresfrist angepasst wurden, von 440 auf 490 Prozentpunkte erhöht.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde auch über Hans Hohlbauchs Antrag abgestimmt, den Hebesatz der Gewerbesteuer von 400 auf 420 Punkte anzuheben. Hohlbauch begründete seinen Antrag damit, dass die finanzielle Situation der Gemeinde katastrophal sei, zu einer Solidargemeinschaft auch die Gewerbetreibenden gehörten und die Erhöhung keinen von ihnen umbringen werde.

Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, den Hebesatz zu belassen, doch die Mehrheit des Gemeinderates schloss sich Hohlbauchs Antrag an und machte Gammelshausen damit zum Gewerbesteuersatz-Spitzenreiter im Landkreis. Mit dem neuen Hebesatz zieht Gammelshausen mit der Landeshauptstadt Stuttgart gleich. Bürgermeister Daniel Kohl, der gegen die Erhöhung stimmte, ist über die Entscheidung nicht glücklich, auch wenn sie voraussichtlich rund 5500 Euro mehr in die Kasse bringen wird.

Bei den Gebühren- und Preisanpassungen waren sich die Räte einig, künftig für die Genehmigung von Plakatierungsanfragen 25 Euro zu verlangen. Eine Enthaltung gab es bei der Entscheidung, Vereinen auch künftig die Räumlichkeiten des Gemeindehauses kostenlos zur Verfügung zu stellen. Kontroverse Diskussionen und Gegenanträge gab es bei der Anpassung der Getränkepreise im Gemeindehaus und den Kegelbahngebühren. Diskutiert wurde auch die Anregung eines Bürgers, für Hunde aus dem Tierheim und Zweithunde eine verringerte Hundesteuer einzuführen. Mit drei Gegenstimmen beschloss das Gremium, an der bisherigen Hundesteuer festzuhalten.

Der beschlossene Haushalt umfasst ein Volumen von insgesamt 3,8 Millionen Euro. Die Zufüh- rungsrate wird voraussichtlich bei 47 800 Euro liegen.