Etat Gewerbesteuer sprudelt in Böhmenkirch

Böhmenkirch / Thomas Hehn 03.07.2018

„Das Jahr läuft besser als geplant.“ Als Bürgermeister Matthias Nägele in der jüngsten Sitzung des Böhmenkircher Gemeinderates den Finanzzwischenbericht für das laufende Haushaltsjahr ankündigte, hatte er allen Grund, zufrieden zu sein.

Die beste Nachricht gab‘s bei der Gewerbesteuer: Mit zwei Millionen Euro hatte Kämmerer Markus Patsch bis zum Jahresende gerechnet, als er den Haushaltsplan 2018 aufstellte. Diese Marke ist schon zur Jahresmitte deutlich überschritten: Bis zum 25. Juni sind bereits 3,24 Millionen Euro  auf dem Konto der Gemeinde gelandet. „In der zweiten Jahreshälfte nimmt die Gewerbesteuer tendenziell ab“, warnte Patsch die Gemeinderäte vor übertriebenen Hoffnungen.

Bei weiteren wichtigen Einnahmequellen gibt es indessen ebenfalls positive Signale: So erwartet der Kämmerer nach der jüngsten Steuerschätzung des Bundesfinanzministeriums spürbare Mehreinnahmen beim Anteil an der Einkommenssteuer
(+92 000 Euro), den Schlüsselzuweisungen nach mangelnder Steuerkraft (+100 000 Euro)
sowie der Investitionspauschale (+22 000 Euro). Patsch ist daher zuversichtlich, dass die Gemeinde ihren Doppik-Etat mit einem positiven Ergebnis abschließen kann. Ursprünglich war Patsch noch von einem negativen Ergebnis in Höhe von -138 000 Euro ausgegangen.

Während sich der Kernhaushalt der Gemeinde hervorragend entwickelt, gab es bei Eigenbetrieben empfindliche Dämpfer. Hintergrund bildet der Großbrand in der Galvanik der Süddeutschen Aluminium Manufaktur (SAM) auf den Heidhöfen. Dadurch hat die Gemeinde ihren größten Wasserkunden verloren. Da seit Anfang März in der Galvanik nicht mehr produziert werden kann, wird die Kommune voraussichtlich Einbußen in Höhe von 76 000 Euro beim Wasserverkauf hinnehmen müssen. Entsprechend verringern sich die Einnahmen beim Abwasser. Hier kalkuliert Kämmerer Markus Patsch mit einem Minus in Höhe von
83 000 Euro.

Die deutlichen Einnahmeausfälle werden vermutlich schon im kommenden Jahr zu Gebührenerhöhungen sowohl beim Wasser als auch beim Abwasser führen. „Die Verwaltung wird das jedenfalls vorschlagen“, bestätigte der Kämmerer auf eine Anfrage der GZ.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel