Ebersbach Gewerbepark: Lösung für Bauern gesucht

Von den 2,5 Quadratkilometern, die für den Gewerbepark benötigt werden, werden 80 Prozent von Landwirten bewirtschaftet. Jetzt geht es darum, für sie Ausgleichsflächen zu finden.
Von den 2,5 Quadratkilometern, die für den Gewerbepark benötigt werden, werden 80 Prozent von Landwirten bewirtschaftet. Jetzt geht es darum, für sie Ausgleichsflächen zu finden. © Foto: Staufenpress
Ebersbach / Werner Schmidt 18.07.2018

Der Zweckverband Gewerbepark-Fils unter ihrem Vorsitzenden, dem Uhinger Bürgermeister  Matthias Wittlinger, hat sein Gesprächsangebot an die Bürgerinitiative „Kein Gewerbepark Fils“ erneuert. In der Zweckverband-Sitzung im Rathaus in Ebersbach bat Wittlinger allerdings um eine „konstruktive und sachliche Ebene“.

Dabei wurden die Ergebnisse der Bürgerinformationsveranstaltung Mitte Mai im Nassachtal angesprochen. Die seinerzeit Anwesenden seien wohl von der Masse der Informationen überfordert worden, hieß es. Und auch Mitglieder des Zweckverbandes stellten rückblickend fest, dass sie von der Flut der Informationen hinweggeschwemmt worden seien: „Es war der Versuch, umfassend zu informieren, es war aber wohl ein zu großer Happen“, sagte Matthias Wittlinger.

Kritiker warfen den Verwaltungen beider Gemeinden vor, Gutachten zu spät weitergereicht zu haben. Man habe sich im Vorfeld nicht ausreichend damit beschäftigen können. Vor allem das Verkehrsgutachten und die dort genannten Zahlen der Fahrzeuge waren schon im Mai von den Gegnern des Gewerbeparks angezweifelt worden. Deren Zählungen ergaben deutlich höhere Fahrzeugzahlen als die des Gutachterbüros.

Am Montag wurde nun vorgeschlagen, sich zusammenzusetzen, um zu versuchen, beide Zählungen unter einen Hut zu bringen: „Klappt das nicht, muss man halt noch mal zählen!“, wurde vorgeschlagen. Keinesfalls dürfe man sich hinstellen und sagen: „Die Zahlen der Gutachter stimmen und die der BI nicht.“

Ein weiteres großes Problem stellt der ökologische Ausgleich für die Flächen dar, die für das Gewerbegebiet verbraucht werden. 80 Prozent werden derzeit von Landwirten bewirtschaftet. Um ökologische Ausgleichsflächen zu finden – und um Bürgerbeteiligung zu demonstrieren – ist für den 22. Oktober ein Treffen mit Befürwortern, Gegnern und Kritikern des Gewebegebietes Strut geplant. Vor allem müsse man den betroffenen Landwirten eine Absicherung geben, die sich in ihrer Existenz bedroht sähen, wenn sie bewirtschaftete Flächen abgeben sollen. Dass Landwirte deswegen aufgeben müssen, ist etwas, das Matthias Wittlinger absolut nicht wünscht: „Ich bin froh um jeden Landwirt, den wir haben. Die will ich doch nicht kaputt machen!“ Allerdings müsse es auf den 2,5 Quadratkilometern, die die Gemarkungen Uhingen und Ebersbach umfassen, alternative Flächen geben, mit „denen die Landwirte leben können und leben wollen“, sagte Wittlinger.

Tatsächlich seien die Verhandlungen mit den beiden Landwirten, die insgesamt rund 80 bis 85 Prozent der künftigen Fläche des Gewerbegebiets bewirtschaften, durchaus fruchtbar, sagte er. Keiner zeige eine konsequent ablehnende Haltung. Einer wolle seine Flächen nur im Tausch hergeben, der andere sei bereit zum Verkauf, wenn das Konzept passe. Da bei den Gegnern des Gewerbegebietes aber auch noch immer der Gedanke an ein Bürgerbegehren durch den Raum schwebt, machte Wittlinger klar, dass man jederzeit im Rathaus Informationen zum Prozedere abrufen könne. Allerdings sei aus Sicht der Verwaltungen ein Bürgerbegehren nicht notwendig. Da es aber gutes demokratisches Recht sei, werde auch zu diesem Thema beraten.

Info Inzwischen ist auch die Website des Zweckverbandes online. Unter www.gewerbepark-fils.de können alle Informationen und Gutachten abgerufen werden. Sie seien auch in aufbereiteter Form vorhanden, sodass diejenigen, die nicht die gesamten Gutachten lesen wollen, durchaus den Sachverhalt in einer Kurzfassung abrufen können.

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