Ein neuer Bericht der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH zeigt auf, dass das Angebot an Gewerbeflächen in der Region mit der Nachfrage nicht mithalten kann. Dies gilt allerdings nicht für den Landkreis Göppingen: Hier übersteigt das Angebot die Nachfrage. 25 Hektar verfügbarer Fläche in den kommenden zwei Jahren steht ein Bedarf von lediglich 18 Hektar gegenüber.

Im Frühjahr 2019 hat die Wirtschaftsförderung alle Kommunen der Region befragt, heraus kam ein Zahlenwerk, das ein großes Gefälle zeigt. Während im Rems-Murr-Kreis und im Kreis Göppingen zu viele Gewerbeflächen im Angebot sind, ist es in den anderen Kreisen und der Landeshauptstadt genau umgekehrt. Vor allem in Stuttgart werden händeringend Flächen gesucht: Nur drei Hektar beträgt das Potenzial in den kommenden zwei Jahren, gesucht werden aber 58 Hektar.

25 Hektar sind verfügbar

Im Kreis Göppingen sind demnach in den kommenden zwei Jahren 25 Hektar verfügbar, der Bedarf liegt jedoch nur bei 18 Hektar. Für die gesamte Region wurde durch die Befragung ein Potenzial von 200 Hektar in den kommenden zwei Jahren ermittelt, der Bedarf liegt aber – basierend auf den vergangenen zwei Jahren – bei 327 Hektar.

Geht der Blick mehr als zwei Jahre in die Zukunft, sind in der Region weitere 830 Hektar verfügbar. „Diese bedürfen noch der bauleitplanerischen Umsetzung sowie der Baureifmachung beziehungsweise Aktivierung“, heißt es in dem Bericht. Im Kreis Göppingen sind demnach in zwei bis fünf Jahren weitere 58 Hektar Gewerbefläche verfügbar, anschließend nochmals acht.

Interkommunale Gewerbegebiete

Derzeit sind im Landkreis diverse interkommunale Gewerbegebiete im Gespräch, allerdings noch nicht alle konkret geplant: Darunter sind der Gewerbepark Lauter bei Donzdorf (28 Hektar), der Gewerbepark Fils zwischen Uhingen und Ebersbach (15 Hektar), ein Gewerbegebiet bei Aichelberg (13 Hektar) und das Gewerbegebiet Auen zwischen Süßen und Gingen (6,5 Hektar). Die Region hat ein drei Millionen Euro teures Förderprogramm aufgelegt, um Kommunen bei der Bereitstellung von Gebieten zu unterstützen, hiervon profitiert derzeit der Gewerbepark Lauter: Mit 105 000 Euro unterstützt der Verband archäologische Ausgrabungen, die mit insgesamt 210 000 Euro zu Buche schlagen.

Meist auf der grünen Wiese

Ein gutes Drittel aller neuen Gewerbeflächen konnte 2017/2018 im Innenbereich realisiert werden, rund 100 Hektar pro Jahr entfielen auf die grüne Wiese. Der Bericht zeigt auch auf, woran es hängt, wenn ein geplantes Gewerbegebiet nicht zur Baureife gelangt: 50 Mal scheiterte dies 2017 und 2018 daran, dass die Grundstückseigentümer nicht verkaufen wollten, 22 Mal waren planungsrechtliche Gründe ausschlaggebend. 19 Mal kam der Naturschutz einem Plan in die Quere, 15 Mal entschied die Politik anders.

Fehlen langfristig 100 Hektar Fläche?

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, Walter Rogg, glaubt, dass mittelfristig 100 Hektar Flächen fehlen werden. Er schreibt aber auch: „Vor dem Hintergrund der endlichen Ressource Fläche in der dicht besiedelten Region Stuttgart müssen weitere Anstrengungen für einen schonenden Umgang mit unseren Naturgütern unternommen werden.“

Alle Kommunen der Region wurden befragt


Folgen „Bereits in der Gewerbe- und Industrieflächenstudie der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) von 2017 zeigt sich, dass Gewerbeflächenangebot und -nachfrage zunehmend auseinander fallen“, schreibt Geschäftsführer Walter Rogg im Vorwort zum Monitoringbericht 2019. Diese Entwicklung könne negative Folgen für das Wachstum sowie für den Bestand der regionalen Industriebasis haben.

Bericht Mit der flächendeckenden Erhebung von Angebots- und Nachfragedaten seien wesentliche Grundlagen für ein regionales Gewerbeflächenmonitoring geschaffen worden. „Mit dem ersten Monitoringbericht der Region Stuttgart 2019 werden nun die Ergebnisse der Jahre 2017 und 2018 aufbereitet“, erläutert Rogg.

Befragung Grundlage der Daten sei die Kommunenbefragung im Frühjahr 2019, in der die WRS die aktuelle Situation von Angebot und Nachfrage in allen Kommunen in der Region Stuttgart erfasst habe.