Aichelberg Gewaltige Erdbewegungen bei Aichelberg

Eine Landschaft verändert ihr Gesicht: Blick von der Autobahnausfahrt Aichelberg auf das Vorfeld des künftigen Tunnels. Rampen sind angeschüttet, es folgt ein Damm zum Tunnelmund im Hintergrund.
Eine Landschaft verändert ihr Gesicht: Blick von der Autobahnausfahrt Aichelberg auf das Vorfeld des künftigen Tunnels. Rampen sind angeschüttet, es folgt ein Damm zum Tunnelmund im Hintergrund. © Foto: Staufenpress
Aichelberg / JÜRGEN SCHÄFER 22.11.2013
In Aichelberg soll die Tunnelbaustelle für den ICE im nächsten Jahr in die Gänge kommen. Der Tunnelanschlag ist im September anvisiert. Dies gab Projektleiter Breidenstein bei einer Bürgerversammlung bekannt.

Bei Hohenstadt und Gruibingen sind die Mineure schon längst im Berg - in Aichelberg soll dies im kommenden Jahr erfolgen. Aber auf dem zehn Hektar großen Gelände südlich der Autobahn hat sich schon viel getan. Bürgermeister Martin Eisele schilderte seine Eindrücke: "Es ist eine ganz gewaltige Baustelle. Es gab gewaltige Erdbewegungen, ein richtiges Containerdorf ist entstanden." Überrascht sei er, wie komfortabel die Ausstattung der Container in diesem Baubüro seien: schallisoliert, wärmeisoliert, mit Klimaanlage und Heizung. Das sind Büros für 80 Mitarbeiter der Baufirmen einerseits und 30 bis 40 Leute der Bauüberwachung und der Bahn, erläuterte der Gesamtprojektleiter Matthias Breidenstein.

Wichtig für die Erdbewegungen ist die Brücke über die Landesstraße nach Weilheim, die seit Sommer Rampen hat und ab Ende 2021 zur Bahnbrücke für den ICE werden soll. Bisher rollen Lkw drüber - aber das ist nur das erste Kapitel. Die relativ steilen Rampen werden weiter angeschüttet und mit einem Damm verbunden, der zum künftigen Tunnelmund führt, erklärt Breidenstein. Darauf fährt dann eine Feldbahn, die die Innenverkleidung des Stollens, die so genannten Tübbinge, zum Einbau bringt. Das sind Betonteile, die zu Ringen zusammengesetzt werden. Sie werden vor Ort in einer Fabrik produziert, die noch gebaut wird. Derzeit laufe dafür das Genehmigungsverfahren, berichtete Breidenstein. Dort werde dann die Woche über von Montag bis Freitag rund um die Uhr gearbeitet, der Lärm sei nicht größer als bei einem Betonwerk. Die Betonteile werden mit Vorlauf produziert und auf einer großen Fläche gelagert. Auch eine eigene Werkstatt gehört zum Baustellengelände.

Bis zu 400 Arbeiter im Wohndorf

Für das Wohndorf, das auch auf dem Baugelände geplant war, zielt man jetzt auf eine andere Lösung: Im Kirchheimer Raum sollen einige Objekte angemietet und umgebaut werden, erläuterte Kurt Joham, technischer Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Tunnel am Albaufstieg. Bis zu 400 Arbeiter sollen es in der Spitzenzeit werden, momentan seien es 180. Wobei die Tunnelbaufirma aus Österreich nicht nur mit österreichischem Stammpersonal arbeite, sondern zur Hälfte auch mit angelernten Deutschen, die bei den letzten Tunnelbaustelle dazugestoßen seien.

"Im Februar müssen wir loslegen - aber das hängt vom Wetter ab", erklärt Projektleiter Breidenstein. Damit meint er den Voreinschnitt am Portal Aichelberg - eine Baugrube wie bei Hohenstadt, nur kleiner: 50.000 Kubikmeter oder 5000 Lkw-Ladungen müssen raus.

Der große Tag könnte der 21. September werden: Spätestens dann soll die Tunnelbohrmaschine startklar sein. Sie muss dazu vom Raum Offenburg in Teilen angeliefert und vor Ort zusammengebaut werden - ein Trumm von elf Metern Durchmessern und 200 Metern Länge. Das wird allein Monate dauern. Die Maschine soll Röhren auf 2,8 Kilometer Länge in den Berg treiben. Pro Tag kann sie 20 Meter machen.

Die weiteren sechs Kilometer übernehmen die Mineure vom Umpfental bei Gruibingen aus. Sie sind jetzt 500 Meter tief im Berg und könnten die Trasse im Februar erreichen. Hier wird mit Sprengungen und Spritzbeton-Bauweise gearbeitet. Breidenstein. "Bisher sind wir sehr gut im Zeitplan."

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