Das evangelische Gemeindehaus in Bad Boll ist voll besetzt an diesem Morgen. Boller Säfte, die die Firma Stolz für das Frühstück des Ortsseniorenbeirates zur Verfügung gestellt hat, Kaffee und Brötchen stehen auf den Tischen für die mehr als 50 Anwesenden. Alles ist auf den Tischen zu finden, alles außer Alkohol.

Kulturgeschichte des Alkohols im Abendland

Aber an diesem Morgen soll es genau darum gehen. Rein thematisch natürlich: Die Kulturgeschichte des Alkohols im Abendland – Eine morgendliche Plauderei. „Nicht wissenschaftlich, sondern witzig gemeint“, ergänzt Dierk Schäfer, Pfarrer im Ruhestand. Der 75-Jährige fügt fragend hinzu: „Verstehen sie Spaß?“ Gut getränkt sind daher seine Geschichten, Anekdoten und Witze.

Seine Erzählungen handeln nicht vom Alkoholismus, sondern von der Entstehung und Entwicklung des Alkohols, dessen Ursprung im Orient liege. Denn da komme nicht nur das Licht her, sondern auch die begehrte Flüssigkeit.

Anekdoten von Dierk Schäfer

Den Zuhörern erzählt er von einem Zimmermann, der im betrunkenen Zustand seine Möbel zerschlägt und diese am nächsten Morgen wieder aufbaut. „Eines Tages nimmt sich die Frau die Axt und zerschlägt die Möbel, damit ihr Mann erkennt, wie er sich aufführt. Er hört daraufhin auf zu trinken.“ Weitere Erzählungen reichen von Adam und Eva, deren Baum der Erkenntnis ein Weinstock gewesen sei, bis hin zur neuzeitlichen Besäufnis Jugendlicher. „Eine Kulturgeschichte so getränkt wie eine Schwarzwälder Kirschtorte“, scherzt Schäfer.  Die Zuhörer erfahren, dass der Begriff Wein vom hebräischen „Jayin“ kommt. Auf einer Landkarte erkennt man, von wo aus der Alkohol in welche Länder „herübergeschwappt“ ist.

In der Donnerstagsausgabe und im E-Paper gibt es mehr zu lesen, für was der Alkohol früher außer als Genussmittel verwendet worden ist, welches schwäbische Getränk im Vortrag gefehlt hat, sowie weitere Anekdoten von Dierk Schäfer.