Bürgermeisterwahl Gerüchte über Gesundheitsmafia

Philipp Elwert wehrt sich gegen Verschwörungstheorien bei der BM-Wahl.
Philipp Elwert wehrt sich gegen Verschwörungstheorien bei der BM-Wahl. © Foto: FWG
Böhmenkirch / Von Thomas Hehn 09.03.2018

Zur Stunde der Statements wurde am Mittwoch die Sitzung des Böhmenkircher Gemeinderates. Nach dem überraschenden Ausgang der Bürgermeisterwahl am 25. Februar, bei der Amtsinhaber Matthias Nägele ohne ernsthaften Gegenkandidaten nur magere 52,54 Prozent erreichte, gab es offenbar einigen Klärungsbedarf. Erwartungsgemäß ergriff zu Beginn der Sitzung Nägele das Wort. Als sich am Ende unter Punkt Verschiedenes dann auch noch Apotheker Philipp Elwert meldete, kam weiterer Zündstoff ans Tageslicht.

Nägele war die Ernüchterung selbst zwei Wochen nach der Wahl noch deutlich anzusehen. Der sonst als souveräner freier Redner bekannte Schultes, las sein knappes Statement diesmal vom Blatt ab. Viel Neues war da nicht zu hören. Wie schon kurz nach der Wahl gegenüber der GZ bekannte Nägele, dass er in den vergangenen Jahren Fehler gemacht habe – vor allem im Umgang mit den Bürgern: „Die Bürger erwarten Veränderungen von mir“, räumte der Bürgermeister ein und versprach, die Böhmenkircher künftig besser zu informieren und in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen. „Ich habe Verbesserungspotenzial und bin dankbar für jede ehrlich gemeinte Rückmeldung“, versprach Nägele. Nach diesen selbstkritischen Worten gratulierte Michael Lang im Namen des Gemeinderats Nägele „trotz allem zur Wiederwahl auf eine weitere gute Zusammenarbeit.“

Dass es offenbar nicht nur zwischen Bürgermeister und Bürgern knistert, sondern auch im Gemeinderat, brachte Eva Eberlein zur Sprache. Der Gemeinderat habe gute Arbeit geleistet, betonte sie zunächst. Für die Treffelhausenerin könnte sie aber noch besser sein, wenn die Böhmenkircher Räte „und vor allem Du, Michael“, nicht immer gegen die Teilgemeinden seien. Wir sind auch gewählte Gemeinderäte“, betonte Eberlein in Richtung Michael Lang.

Philipp Elwerts Statement gegen Ende der öffentlichen Sitzung fiel selbstkritischer aus. Elwert stellte sich die Frage, ob nicht auch „der Gemeinderat seinen Anteil am Ergebnis der Wahl hatte.“ Um die massive Unzufriedenheit bei den Bürgern zu ändern, müssten Gemeinderat  und Verwaltung in erster Linie ihre „Kommunikationsstrategie überdenken“ und die Bürger in die Entscheidungsprozesse einbinden.“ Vor diesem Hintergrund sei es zum Beispiel ein Fehler gewesen, die Bürger beim Neubau des Feuerwehrmagazins nicht frühzeitig zu beteiligen. „Wir können nur in öffentlicher Diskussion unsere Positionen transportieren“, mahnte Elwert. Neujahrsempfänge, jährliche Bürgerversammlungen, Treffen in Gaststätten oder Vereinsheimen, auch Facebook und Twitter seien  mögliche Ansatzpunkte für einen „deutlich niederschwelligeren Zugang zu Gemeinderat und Verwaltung, als auf die nächste Bürgerfragestunde zu warten.“

Eine andere „Kommunikationsstrategie“ erhofft sich  Elwert auch hinsichtlich der Gerüchteküche um die Kandidatur von Dr. Josef Brandner. Und die hat im Vorfeld der Wahl offensichtlich nicht nur den Bürgermeister, sondern auch Elwert als Apotheker betroffen: So wurde Elwert offenbar unterstellt, er spinne Seilschaften, dirigiere den Bürgermeister und habe schließlich sogar Kandidaten gedroht, ihre Bewerbung zurückzuziehen. „Das hat mich und meine Familie hart getroffen“, erklärte Elwert.

Gibt es eine Gesundheitsmafia?

Die Anschuldigungen gipfeln für ihn in dem Gerücht, er habe als Apotheker zusammen mit Ärzten und Physiotherapeuten als „Gesundheitsmafia“ Dr. Josef Brandner das Wasser abgraben wollen. Sowohl der derzeitige Arzt im Ärztehaus als auch der neue Arzt „waren gewillt, in eine Gemeinschaftspraxis mit Brandner einzutreten. Beides Mal kam es zu keinem Vertragsabschluss.“ Elwert führte dabei an, dass die beiden länger ansässigen Ärzte „nie viel in ihre Praxen investiert haben“, um sie für potenzielle Nachfolger attraktiv zu halten.“

„Wir sind an jedem Jahr froh, da Josef Brandner als Arzt weiter arbeitet“, verwehrte sich  der Apotheker vehement gegen jede Verschwörungstheorie.

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