Serenadenabend Genuss im strahlenden Kirchenschiff

Salach / Claudia Leber 20.07.2018

Schwungvolle Musik aus der Barockzeit, wunderbar schwebende Cello-Klänge, sinnlich-leidenschaftliche Klangfarben spätromantischer Musik – ein breites musikalisches Spektrum bot sich dem Publikum  beim jährlichen Serenadenkonzert des Göppinger Kammerorchesters in der frisch renovierten katholischen Kirche in Salach.

Mit kurzweiligen Exkursen in die Musikgeschichte stimmte Dirigent Wilfried Maier die Zuhörer auf die Kompositionen ein, die er auf Einladung des Salacher Kulturkreises für die Streicherserenade zusammen gestellt hatte – ein abwechslungsreiches Programm, das in dem hell strahlenden Schiff der renovierten Katholischen Kirche einen würdigen Rahmen fand.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Julian Stipp entführte Wilfried Maier das Publikum zunächst nach Italien in die späte Barockzeit: Den Auftakt  bildete die schwungvolle Sinfonia A-Dur von Giuseppe Tartini, deren drei Sätze die Musiker des Göppinger Kammerorchesters differenziert und mit großer Spielfreude gestalteten.

Ein Höhepunkt des Abends war unbestreitbar das schöne Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll von Antonio Vivaldi, das die junge Solistin Edwina Ionescu virtuos und zugleich hingebungsvoll darbot. Insbesondere im langsamen Satz, in dem das Solo-Cello nur vom Continuo begleitet wird, formten sich die schwebenden Streicherklänge in der Atmosphäre der Kirche zu einem Kunsterlebnis. Für die Solistin und das einfühlsam begleitende Orchester gab es am Ende mit einem lang anhaltenden Applaus.

In eine völlig andere Klangwelt führte Wilfried Maier Orchester und Publikum mit Acht Stücken für Streichorchester von Paul Hindemith. Er forderte das Publikum auf, keine Scheu vor ungewohnten Harmonien und Dissonanzen zu haben und sich auf die Musik einzulassen. Und durch seine klare Ausarbeitung der Nuancen in den verschiedenen Stücken zeigte das Orchester nicht nur die kompositorische Raffinesse, sondern auch den musikalischen Witz dieser für manche Ohren ungewohnt klingenden Musik.

Zum Abschluss des Abends zog das Orchester mit den hochromantischen Noveletten des dänischen Komponisten Niels W. Gade alle Register vom zarten Pianissimo bis zum stürmischen Fortissimo, vom spukhaft irrlichternden Scherzo bis zum lyrisch ausgespielten Andantino.

Das Publikum dankte mit großem Applaus und wurde als Zugabe mit dem letzten Satz aus Evariste Dall´Abacos Concerto da Chiesa belohnt – womit sich der Kreis zum Beginn des Abends schloss. Claudia Leber

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel