Kreis Göppingen Genossen im Kreis Göppingen atmen auf

Die SPD-Mitglieder sagen ja zur Großen Koalition.
Die SPD-Mitglieder sagen ja zur Großen Koalition. © Foto: dpa
Kreis Göppingen / Von And Woletz 05.03.2018
Nach der nervenaufreibenden Regierungsbildung war den SPD-Vertretern im Kreis Göppingen die Erleichterung anzumerken.

Nicht nur in  Berlin war das überraschend klare Votum der SPD-Basis zum Koalitionsvertrag am Sonntag das beherrschende Thema. Auch im Landkreis Göppingen freuten sich die Sozialdemokraten über das Ende der quälend langen Regierungsbildung. Es klang aber auch der Anspruch durch, dass die sozialdemokratischen Inhalte wirklich umgesetzt werden und die gebeutelte Partei sich erneuern kann.

Heike Baehrens, Bundestagsabgeordnete der SPD für den Wahlkreis Göppingen, sagte. „Die hohe Beteiligung am Mitgliedervotum spiegelt das große Verantwortungsbewusstsein unserer Mitglieder. Ich freue mich sehr, dass sich nach den leidenschaftlichen Diskussionen der letzten Wochen so viele für die Inhalte des Koalitionsvertrags ausgesprochen haben. Wir werden nun mit neuem Schwung an die Regierungsarbeit gehen und gleichzeitig die erfrischende und kritische Debattenkultur in den Erneuerungsprozess unserer Partei mitnehmen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hofelich meinte: „Die Mehrheit ist klar. Das unterstreicht Regierungsfähigkeit und -willen der SPD.“ Er findet aber auch: „Die Minderheit ist signifikant. Das belegt die Unzufriedenheit mit der Nabelschau und den Führungsfehlern. Sein Fazit: Die SPD müsse „Volkspartei glaubwürdig leben, sozial und fortschrittlich regieren.“

Sein Geislinger Landtagskollege Sascha Binder meinte: „Spannende Diskussionen über die Zukunft unseres Landes und eine klare Entscheidung für den Eintritt in die Regierung liegen hinter uns. Wenn wir nach außen so engagiert und selbstbewusst auftreten wie wir in den letzten Wochen intern um Positionen gerungen haben, dann ist unsere Partei auf einem guten Weg, Vertrauen zurückzugewinnen.“ Auch Binder blickt nach vorn: „Jetzt gilt es endlich die eigene Spielhälfte zu verlassen und den Ball geschlossen nach vorne zu spielen.“

Die junge SPD-Kreisvorsitzende Sabrina Hartmann bekannte: „Das deutliche Votum überrascht mich.“ Auch die Kreisvorsitzende setzt auf die faire Zusammenarbeit in der Koalition. „Jetzt gilt es im Interesse unseres Landes die im Koalitionsvertrag auf maßgebliche Initiative der SPD vereinbarten Verbesserungen für die Menschen im Land umzusetzen und zu zeigen, warum es auf die SPD ankommt.“

Jürgen Lämmle, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Göppingen, ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Die SPD-Mitglieder haben eine gute und kluge Entscheidung getroffen. Mit ihrer Zustimmung zu einer weiteren Regierungsbeteiligung zeigt die SPD ein hohes Maß an gesellschaftspolitischer Verantwortung. Ich freue mich auch für die Menschen in unserem Land und in Europa, die von den vielen sozialdemokratischen Inhalten des Koalitionsvertrags profitieren werden.“

Koalitionspartner meldet sich zu Wort

Partner Auch CDU-Vertreter aus dem Landkreis reagierten gestern erleichtert auf die SPD-Entscheidung.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber aus Böhmenkirch meinte: „Ich bin froh, dass die Abstimmung der Sozialdemokraten mit einem positiven Ergebnis zum Koalitionsvertrag ausgegangen ist“. Und: „Die Unterzeichnung und die Regierungsbildung müssen nun schnell vorangehen, damit die neue Regierung zügig ihre Arbeit aufnehmen kann“. Kritisch sieht er die vergangenen Monate: „Für mich ist nach wie vor nicht nachvollziehbar, dass Parteien zur Wahl antreten, dann aber sagen, dass sie nicht regieren wollen“, stellt der CDU-Parlamentarier klar.

Die Göppinger CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Nicole Razavi sagte: „Ich bin beruhigt, dass die SPD mit dem klaren Votum die Kurve bekommen hat. Es wird höchste Zeit, dass eine handlungsfähige Bundesregierung die Arbeit wieder aufnimmt.“

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