Schlierbach Gemeinde will Neubaugebiet „Dorfwiesen“ erschließen

Schlierbach / WERNER SCHMIDT 13.08.2018
Eine breitere Zufahrt, wie vom Straßenbauamt gefordert, hält Bürgermeister Paul Schmid für nicht umsetzbar.

Zum künftigen Neubaugebiet „Dorfwiesen“ in Schlierbach wurde während der jüngsten Gemeinderatssitzung der Bebauungsplan als Satzung beschlossen. Mit der Erschließung des Gebiets mit 16 Bauplätzen soll möglichst bald begonnen werden, die Bebauung könne voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres starten, sagte Bürgermeister Paul Schmid.

Den Gemeinderäten wurde in der Sitzung die Einwendungen der Öffentlichkeitsbeteiligung vorgelegt. Der Artenschutz ist ein Bereich, auf den immer mehr Wert gelegt wird. Für die Bebauung des Gebiets „Dorfwiesen“ muss die Gemeinde aber weder Fledermäuse noch Zauneidechsen umsiedeln.

Allerdings kritisierte das Straßenbauamt die Breite der Zufahrtsstraße. Diese sei im vorderen Bereich mit 4,75 Meter zu schmal, um wenden zu können, was dazu führe, dass Autofahrer rückwärts fahren, „was im Bereich von Schulweg und den ohnehin geringen Gehwegbreiten ein nicht unerhebliches Gefährdungspotential darstellt“, heißt es dazu. Für die Gemeinde ein Problem, dem man nicht begegnen könne: „Die Straßenbreite im Ahornweg ist den beengten örtlichen Verhältnissen geschuldet“, machte die Verwaltung klar.

Und auch der Landesnaturschutzverband (LNV) hat Bedenken. Allerdings wegen des Verbrauchs an Ressourcen – in diesem Fall Boden zum Bauen: „Die Entwurfsplanung steht im Widerspruch zu dem von der Landesregierung propagierten sparsamen Umgang mit der nicht endlosen Ressource Boden“, heißt es in der Stellungnahme der Naturschützer. Und weiter: „Die geplanten 16 Bauplätze auf Grundstücken mit durchschnittlich 460 Quadratmetern kommt einer Verschwendung von etwa einem Hektar wertvoller, unbebauter Fläche als Bauland für einige wenige gleich.“ Gleichzeitig fordern sie eine zentrale Nahwärmeversorgung des Gebiets, etwa durch ein Blockheizkraftwerk, mit dem auch die Grundschule, der Kindergarten und das Kinderhaus versorgt werden könnten. Das allerdings ist für die Verwaltung im Schlierbacher Rathaus keine Option: „Eine zentrale Nahwärmeversorgung ist weder energetisch noch wirtschaftlich von Vorteil“, heißt es vom Bürgermeister.

Auf die die Bedenken bezüglich des Ressourcenverbrauchs geht die Verwaltung zumindest teilweise ein: In städtebaulicher Hinsicht werde eine höhere Dichte der Bebauung eher in zentralen Bereichen wie dem Ortskern als sinnvoll angesehen. Dort seien auch bereits Grundstücke gekauft worden, sagte Verwaltungschef Paul Schmid.

Im Übrigen werde mit der Planung für das Gebiet „Dorfwiesen“ im Süden des Ortes durchaus die von der Region Stuttgart angestrebte Vorgabe 55 Einwohner pro Hektar eingehalten. Davon abgesehen, lasse der Bebauungsplan durchaus auch den Bau von Doppelhäusern zu.

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