Verkehr Gemeinde testet Provisorien

Eine der Querungshilfen soll beim Supermarkt in der Auchtertstraße eingerichtet werden, die andere bei der Bushaltestelle.
Eine der Querungshilfen soll beim Supermarkt in der Auchtertstraße eingerichtet werden, die andere bei der Bushaltestelle. © Foto: Giacinto Carlucci
Schlierbach / VOLKMAR SCHREIER 08.08.2018
Nutzen Fußgänger die provisorischen Querungshilfen, sollen sie dauerhaft in Schlierbach eingerichtet werden.

Wie kommen Fußgänger sicher über die Auchtertstraße? Diese Frage beschäftigt den Schlierbacher Gemeinderat und die Verwaltung der Gemeinde schon seit längerem. Wer zu Fuß aus der Ortsmitte den Supermarkt in der Auchtertstraße erreichen will, muss die Straße ebenso überqueren wie Schüler auf dem Weg zur Bushaltestelle.

Primär hatte die Verwaltung zunächst den Kreuzungsbereich Auchtertstraße-Wolfstraße-Siemensstraße in unmittelbarer Nachbarschaft der Bushaltestelle im Blick. Manfred Mezger vom Büro „mquadrat“ hatte sich auf Bitte der Verwaltung hin folglich diesen Bereich einmal genauer angesehen und stellte dem Gemeinderat erste Lösungsansätze vor.

Ein Zebrastreifen scheidet laut Manfred Mezger aus, denn dieser wäre zu nahe an den Bushaltebuchten platziert. Stattdessen empfiehlt er, eine Querungshilfe zu installieren. „Wir hätten hier Platz für eine Querungshilfe mit einer Breite von 1,5 Metern“, so der Planer. Für den Gemeinderat hat Mezger auch einen Tipp parat: „Der Vorschlag wäre, zunächst eine provisorische Querungshilfe aufzubauen und damit Erfahrungen zu sammeln.“ Diese Provisorien gibt es seiner Aussage nach für kleines Geld. „Das wäre sogar billiger, als direkt in eine große Planung einzusteigen.“ Dann ließe sich abschätzen, ob eine Hilfe an dieser Stelle überhaupt von den Fußgängern angenommen wird.

Im Ratsrund fiel dieser Ansatz vor einiger Zeit auf fruchtbaren Boden. Marco Emmert (CDU) brachte es auf den Punkt: „Das Provisorium ist eine sinnvolle Maßnahme: Funktioniert es nicht, geht die Welt nicht unter.“ Dennoch, auch das wurde in der Diskussion deutlich, finden die Gemeinderäte, dass eine Querungshilfe lediglich an der Ecke Auchtertstraße-Wolfstraße zu wenig ist. Kurt Moll (CDU) stellte fest: „Das hilft den Marktbesuchern überhaupt nicht.“ August Leins (FUW) ging einen Schritt weiter. „Eigentlich brauchen wir zwei Querungen an der Auchterstraße: Einmal an der Bushaltestelle und oben beim Supermarkt.“

Folglich beschloss der Gemeinderat einstimmig, zunächst einmal zwei Provisorien zu planen und hierfür Angebote einzuholen. Nägel mit Köpfen sollen dann im September gemacht und die Provisorien dann für etwa sechs Wochen aufgestellt werden.

Kreativ wurden die Ratsmitglieder auch bei der Frage, wie denn die Raser auf der Ebersbacher Straße ausgebremst werden können. Noch-Bürgermeister Paul Schmid stellt fest: „Wir haben hier deutliche Geschwindigkeitsabweichungen nach oben.“ „Das Problem ist der Verkehr, der in den Ort reinfährt“, kann Kurt Moll bestätigen. Tatsächlich lädt die Strecke ja auch nicht gerade dazu ein, frühzeitig vom Gas zu gehen. „Warum nicht also den mittlerweile überflüssigen Blitzer aus der Hattenhofer Straße abbauen und an der Ebersbacher Straße am Ortseingang wieder aufstellen“, fragte Marco Emmert.

Ein Vorschlag, den Manfred Mezger für bedenkenswert hält. Allerdings kann die Gemeinde hier nicht alleine entscheiden, denn die Straße ist eine Kreisstraße. Somit hat das Landratsamt ein Mitspracherecht. Und, wie Bürgermeister Paul Schmid erklärt: „Die Gemeinde müsste für die baulichen Veränderungen wie etwa Kontaktschleifen und für das Umstellen bezahlen, der Landkreis streicht dann die Bußgelder ein.“ Dennoch soll dieser Lösungsansatz bei nächster Gelegenheit mit dem Landratsamt diskutiert werden.

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