Verbrauchssenkung Gemeinde lässt sich weiter beim Energiesparen helfen

VOLKMAR SCHREIER 28.07.2017

Der Gemeinderat von Schlierbach hatte diese Woche darüber zu entscheiden, ob das kommunale Energiemanagement in den kommenden drei Jahren gemeinsam mit den bisherigen Partnergemeinden und der Energieagentur des Landratsamts Göppingen weitergeführt werden soll. Die Kosten für Schlierbach würden sich dabei auf rund 4100 Euro im Jahr belaufen.

Für die CDU-Fraktion im Gemeinderat war schnell klar: „Im vergangenen Jahr haben wir noch 900 Euro Einsparungen erzielt. Finanziell lohnt sich das für uns nicht mehr“, sagte Marco Emmert. Sollte sich die Situation in den kommenden Jahren wieder verschlechtern, könne man dann ja immer noch einen externen Berater hinzuziehen.

Jörn Feldsieper von den Freien Wählern wiederum plädierte für Kontinuität. „Wir müssen auch gegenüber den Bürgern zeigen: Wir tun was.“ Einen Ausstieg bezeichnete er als „falsches Signal“. Sein Fraktionskollege August Leins gab zu, zuerst eine ähnliche Kosten-Nutzen-Rechnung aufgemacht zu haben wie Marco Emmert von der CDU. Aber: „Ich habe in meinem Berufsleben oft genug ähnliche Verlaufsdiagramme gesehen. Wir brauchen da noch mehr Kontinuität bei den niedrigen Verbräuchen“, warb er für eine Fortführung. Die Erfolge der vergangenen Jahre müssten zunächst verstetigt werden, erst dann sei eine Weiterführung in Eigenregie denkbar.

Kurt Moll (CDU) hingegen sah das Thema Energiemanagement ausgereizt. „Wenn wir jetzt noch weitere Einsparungen erzielen wollen, müssen wir kräftig investieren“, stellte er fest. Dass sich Investitionen etwa in die Wärmedämmung kommunaler Gebäude jemals amortisieren, sehe er nicht. „Wir glauben einfach nicht, dass sich die Energiekosten weiter senken lassen.“

Bürgermeister Paul Schmid warb dafür, weiterhin das kommunale Energiemanagement extern begleiten zu lassen. „Energiemanagement bezieht sich nicht nur auf das Eingeben von Verbrauchszahlen in ein Computerprogramm“, machte er klar. Es brauche einfach auch die Expertise eines Fachmanns, um aktuelle Entwicklungen zu erkennen und bei Bedarf gegenzusteuern. „Sie geben ohne Not ein wichtiges Controlling-Instrument aus der Hand“, sagte er an die CDU gewandt. Auch für Jörn Feldsieper ist der Rückgriff auf einen externen Fachmann wichtig: „Energie ist nun nicht gerade ein Thema, bei dem die Gemeinde besonders stark aufgestellt ist.“

Letztendlich beschloss der Gemeinderat mit den Stimmen der Freien Wähler und des Bürgermeisters knapp, das kommunale Energiemanagement die nächsten drei Jahre fortzuführen. Die CDU-Fraktion votierte geschlossen dagegen.