Deggingen Gemeinde hat den Birkhof gekauft

Der Birkhof (links) samt 2,7 Hektar großem Grundstück gehört jetzt der Gemeinde Deggingen.
Der Birkhof (links) samt 2,7 Hektar großem Grundstück gehört jetzt der Gemeinde Deggingen. © Foto: Ralf Heisele
Deggingen / RALF HEISELE 03.12.2014
Die Gemeinde Deggingen hat den Birkhof gekauft. Auf dem 2,7 Hektar großen Areal soll ein Wohn- und Mischgebiet mit rund 50 Bauplätzen entstehen. Damit ist die bauliche Entwicklung für Jahre gesichert.

Am heutigen Mittwoch sollte eigentlich ab 10.15 Uhr der Degginger Birkhof im Göppinger Amtsgericht zwangsversteigert werden. Doch dazu kommt es nicht mehr: Auf den letzten Drücker hat die Gemeinde, die sowieso das Vorkaufsrecht besaß, das Anwesen erworben. Nachdem der Gemeinderat am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung dem Kauf zugestimmt hatte, machte Bürgermeister Karl Weber am Montagnachmittag mit seiner Unterschrift unter den notariellen Vertrag einen Knopf unter die Akte Birkhof. Den Kaufpreis wollte der Bürgermeister gestern nicht nennen - nur so viel: "Mit dem Geld kann der bisherige Eigentümer seine Schulden egalisieren." Nach Recherchen unserer Zeitung dürfte die Summe im Bereich des vom Gericht festgesetzten Verkehrswertes von 1,08 Millionen Euro liegen.

Schon seit seinem Amtsantritt vor fast acht Jahren ist Bürgermeister Weber mit dem Birkhof beschäftigt. Die Gemeinde sieht in dem Areal nördlich der Bundesstraße in Richtung Reichenbach ihr "bauliches Entwicklungsgebiet". Seit einem Jahr ist es im Flächennutzungsplan als Bauerwartungsland ausgewiesen. Schon zweimal hat die Gemeinde deshalb dem Eigentümer ein Kaufangebot unterbreitet, das "deutlich über dem Verkehrswert lag", wie Weber berichtet. Doch beide Male hat der Eigentümer abgelehnt, zuletzt Ende Februar diesen Jahres. Mit der vom Vollstreckungsgericht anberaumten Zwangsversteigerung ist wieder Bewegung in die Sache gekommen. "Über einen Makler ist der Eigentümer auf uns zugekommen", erzählt der Bürgermeister. Dann ging alles sehr schnell: Notarielles Angebot und die Zustimmung des Rats mündeten schließlich im Kaufvertrag.

Nun kann die konkrete Planung starten. Im kommenden Jahr soll der Bebauungsplan beschlossen werden, um 2016 mit der Erschließung des Baugebiets zu beginnen. Läuft alles wie am Schnürchen, könnte ab 2017 gebaut werden, hofft der Schultes. Rund 50 Bauplätze und ein kleines Mischgebiet als "Lärmschutz" hin zur B 466 sollen auf der 2,7 Hektar (27.000 Quadratmeter) großen Fläche Platz finden. Für Bürgermeister Weber ist damit die bauliche Entwicklung in Deggingen für die kommenden 10 bis 15 Jahre gesichert.

Vorgesehen ist, das Baugebiet schrittweise auszuweisen - beginnend im Süden. Dort ist der Anschluss an die B 466 geplant, gegenüber der Einfahrt zur Jahnstraße. Fest steht für den Bürgermeister, dass eine Anbindung über die Gartenstraße nicht machbar ist. Diese sei für den Verkehr nicht ausgelegt. Der Birkhof selbst bleibt zunächst stehen. Weber: "Es dauert Jahre, bis wir mit dem Baugebiet dort sind." In dem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen wohnt die Mutter des bisherigen Eigentümers.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel