Uhingen Gelungener Festakt zu 125 Jahren TV Uhingen

Uhingen / ULRIKE LUTHMER-LECHNER 27.10.2014
Rückschau, Ausblick, Showprogramm, Festschrift und geselliges Miteinander - so facettenreich feierte der Turnverein Uhingen sein 125-jähriges Bestehen im vollbesetzten Uditorium.

Das Geheimnis, wie man es schaffe, 125 Jahre lang durch Höhen und Tiefen zu gehen, seien Anpassungsfähigkeit und Flexibilität, betonte Hermann Möller, der Vorsitzende des TV Uhingen, in seiner Ansprache anlässlich des Jubiläums im Uditorium. "Man muss alte Zöpfe abschneiden, stets aktiv und immer in Bewegung bleiben." Er weiß nur zu gut, von was er spricht, denn seit 39 Jahren steht er an der Spitze des 1300 Mitglieder starken Turnvereins Uhingen (TVU). Gestern, Heute und Morgen, Möller beleuchtete, wie sich der Verein den aktuellen Anforderungen angepasst hat und welche Herausforderungen künftig warten. In seinen Dank an die Gründerväter, die 1889 im örtlichen Gasthaus Ochsen dem Verein Leben einhauchten, schloss er alle nachfolgenden Aktiven ein. Stellvertretend für "viele tolle Menschen" im jung gebliebenen Verein nannte er seinen Vize, Robert Widmaier. Stolz präsentierte Möller den Besuchern, darunter Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens, die Landtagsabgeordneten Jörg M. Fritz (Grüne), Peter Hofelich (SPD) und Jutta Schiller (CDU), das druckfrische Festbuch "125 Jahre TVU, der Turnverein verbindet uns".

Auf die von Turnvater Jahn aufgestellten Säulen Gemeinwohl, Gemeinsinn und Gemeinschaft berief sich Bürgermeister Matthias Wittlinger. "Der Verein wird über Generationen gelebt, und mit dem Ehrenamt übernehmen Sie Vorbildfunktion." Lothar Hilger, Präsident des Sportkreises Göppingen, bescheinigte dem TVU, der mit einem großen Angebot im Spitzen-, Breiten- und Gesundheitssport aufwartet: "Sie bieten Vielfalt und sind dennoch kein Gemischtwarenladen."

Die Präsidentin des Turngaus Staufen, Nicole Razavi, hob hervor: "Es liegt in unserer Verantwortung, den Grundstein für die Zukunft zu legen." Die Festrede zur Geburtstagsparty, die von Jürgen Oßwald mit launigen Worten moderiert und vom Duo barrique mit Akkordeon und Klarinette umrahmt wurde, hielt Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turnerbundes. Er zeigte auf, wie sich die Gesellschaft verändert und wie man in eine positive Zukunft investieren kann. "Vereine sind der soziale Kitt für die Gesellschaft." Kinder und Bewegung seien eine wichtige Lebenschance. Auch auf die alternde Gesellschaft, das Thema Prävention nebst Krankheitskosten ging Brechtken ein - ebenso wie auf die finanziellen Aspekte. Hier sei die Politik als Partner gefragt - "damit der Verein auch künftig eine Chance hat".

Mit einer schwungvollen Zeitschiene bestachen die ehemaligen Sportakrobatinnen des TVU. Auf die zum jeweiligen Jahrzehnt passend eingespielten Musik zeigten die Turnerinnen Ästhetik und Körperbeherrschung, für die sie viel Applaus ernteten. Fürs Zwerchfell gab es Klamauk und Comedy mit Christoph Engels. Der 47jährige, der neben einer Tanzausbildung die staatliche Zirkusschule Budapest durchlaufen hat, stolperte mit seinem magentarot gefärbten Schopf im Grasanzug auf die Bühne. Das quirlige Multitalent versetzte das Publikum durch atemberaubende Jonglagetechniken mit laufender Kettensäge und einer hyperaktiven Einradnummer in Staunen. Getragen wurde die emotionsgeladene Show von der Interaktion mit dem Publikum, das für die pantomimische und artistische Höchstleistung viel Beifall spendete. Eine Dia-Show nahm abschließend die Gäste mit auf eine Zeitreise durch 125 Jahre und die Geselligkeit fand am reichhaltigen Büfett den Ausklang des rundum gelungenen Festaktes.

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