Gammelshausen Geld nicht vergraben

JÜRGEN SCHÄFER 04.10.2014
Überraschung für Gammelshausen: Bei der Friedhoferweiterung reicht das Geld für 40 statt 24 Grabkammern. Grund: Die Tiefendrainage fällt weg.

Was das Bodengutachten für den Erweiterungsteil des Gammelshäuser Friedhofs erbrachte, war für Bürgermeister Daniel Kohl eine "absolute Überraschung". Er hatte nicht geahnt, dass man auf die Tiefendrainage verzichten könnte. "Es wäre recht gewesen, wenn man es schon vorher gewusst hätte", merkt er an.

So wird der Bau der teuren Grabkammern erheblich günstiger. Für knapp 250 000 Euro, die bereitgestellt sind, sind 16 weitere zu bekommen. Wobei auch der bautechnische Fortschritt bei diesen kleinen Bauwerken eine Rolle spielt. "Grabkammern sind heute günstiger als vor als zehn Jahren", berichtet der Schultes.

So wird die "kleine" Friedhofserweiterung von Gammelshausen doch wieder ein Stück größer. Im letzten Jahr hatte der Gemeinderat auf Vorschlag des Schultes die große Lösung mit 84 Grabkammern gekippt, um der Gemeinde finanzielle Spielräume offenzuhalten. Jetzt bringt die Friedhofserweiterung fast die Hälfte des alten Konzepts. Das reicht nun nach Schätzung Kohls für mehr als 15 Jahre. Er stellt klar: Grabkammern seien weiterhin gefragt, der Anteil sei etwa die Hälfte. Der Altbestand hätte nur noch für ein bis anderthalb Jahre gereicht.

Mit der Bauzeit wird es für die Gemeinde hingegen enger. Sie hätte schon am 1. Oktober loslegen sollen, weil das Bedingung für die Zuschüsse des Landes ist. Jetzt hat das Regierungspräsidium einen Monat Aufschub gewährt. Allerdings müssen die Grabkammern "allerspätestens" Mitte Dezember in der Erde sein, stellt der Schultes klar. Was keine Affäre ist, wenn das Wetter mitspielt. Die Bauzeit betrage vier bis sieben Wochen. Jetzt ist Kohl erstmal bestrebt, den Baubeginn am 31. Oktober zu halten.

Die Verzögerung hängt an der bestattungsrechtlichen Genehmigung, die bereits in Aussicht gestellt sei, berichtet der Schultes. Warum die auf sich warten lässt: Die Gemeinde hatte Anfang 2013 Gehölz am Erweiterungsteil für den Friedhof roden lassen und musste nun nachweisen, dass daraus kein Schaden für die Tierwelt entstanden ist. Jetzt weiß man: Zauneidechse und Halsbandschnäpper kommen wieder. Der Gutachter empfiehlt, Nistkästen aufzuhängen.

Im nächsten Jahr soll dann noch ein kleiner Lärmschutzwall hinzukommen, der den neuen Friedhofsteil von der Landesstraße abschirmt. Die verläuft parallel. Vom Land bekomme man die nötige Fläche, berichtet Kohl. Man werde damit den Lärm zwar nicht wegkriegen, aber wohl dämpfen können - und sei es nur psychologisch. Der Friedhof werde damit eingefasst, für die Besucher wirke er dann wie ein umgrenzter Raum.