Diskussion Geld lieber für Expressbus ausgeben

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Bad Boll / SWP 08.05.2018

Mehr als skeptisch sieht die CDU Bad Boll die Diskussion über eine Bahnverbindung von Göppingen nach Kirchheim, die die Grünen-Abgeordneten beider Landkreise angestoßen haben. Das Problem dabei, so heißt es in einer Pressemitteilung der CDU: „Fast die Hälfte der Strecke ist noch nicht einmal geplant und der Rest komplett verwahrlost oder gar zurückgebaut.“ Die Boller Bahn sei in den Achtzigern wegen geringer Fahrgastzahlen stillgelegt worden. Dass sich die Zahlen bei einer „Reaktivierung“ kaum verbessern ließen, liege schon an der Trasse – „immer am Ortsrand“. Die Wohnbebauung habe sich seither nicht um die jeweiligen Bahnhöfe, sondern eher davon weg entwickelt. Die Fahrgäste müssten also erst einmal zum Bahnhof gebracht werden. Dazu bräuchte es in jeder Kommune innerörtliche Verkehrsmittel und Verbindungen. Nicht nur Bad Boll habe mittlerweile eine eher weitläufige Siedlungsstruktur, merkt die CDU an.  Auch diese Aspekte müsste in einer Wirtschaftlichkeitsprüfung bedacht und Lösungen entwickelt werden.

Die CDU fragt:  Warum solle der Kreis oder die anliegenden Kommunen solche Untersuchungen in Auftrag geben und bezahlen, wie es aus einem Antrag der Freien Wähler zu lesen sei? „Für den Bahnverkehr ist in erster Linie der Verband Region Stuttgart zuständig.“ Der untersuche bereits Verbindungen zwischen Stuttgart und Göppingen, bzw. die Strecke nach Kirchheim. Es sollten erst einmal deren Erhebungen abgewartet werden.

Das größte Problem sieht der CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat und Kreisrat Rainer Staib (Bild) darin, „dass es zu lange dauert, bis Prüfung, Planung und Bau die Erwartungen, die in dem Antrag der Freien Wähler formuliert sind, realisiert werden können.“ Zudem stehe eine solche Verbindung in Konkurrenz mit dringend notwendigen Strecken im Ballungsraum Stuttgart – was eine Realisierung in noch weitere Ferne rücken lasse. Staib: „Ganz zu schweigen von der Finanzierung aller notwendigen Bahnlinien im Raum Stuttgart.“

Die CDU fordert: „Das Voralbgebiet braucht eine Verbindung in Richtung Stuttgart aber jetzt.“ Die schnelle Lösung könne ausschließlich in einem ordentlich geplanten Buskonzept liegen.

Staib glaubt auch nicht, dass die Zukunft den „schienengebundenen Kurzstrecken“ gehöre. Er glaube eher an flexible, individuelle Lösungen. „Die Technik wird Möglichkeiten eröffnen, die wir heute noch nicht absehen können – beispielsweise autonomes Fahren.“

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