Kreis Göppingen Gläubige feiern Sieg des Lebens

Besucher eines Festgottesdienstes verfolgen von den Bänken in der katholischen Kirche in Rechberghausen die Zeremonie am Ostersonntag.
Besucher eines Festgottesdienstes verfolgen von den Bänken in der katholischen Kirche in Rechberghausen die Zeremonie am Ostersonntag. © Foto: Giacinto Carlucci
Kreis Göppingen / SWP 02.04.2018
Der evangelische Dekan und der Geschäftsführer des katholischen Dekanats im Kreis erteilten Hass und Lebensmüdigkeit eine Absage.

Für den evangelischen Dekan Rolf Ulmer steht das Osterfest für das Leben, das den Tod überwunden hat. In seiner Osterbotschaft sprach er davon, dass durch die Auferstehung Jesu die Mächte des Todes ihr Recht verloren hätten – obwohl sie bis heute allgegenwärtig seien. Er stellte fest: „Nicht die Gewalttäter und Mörder behalten die Oberhand. Gott stellt sich auf die Seite der Opfer. Die Auferstehung Jesu sagt: Am Ende wird das Leben siegen. Die Liebe ist stärker als der Hass.“

Bis dahin seien Christen nach einem Wort Blumhardts „Protestleute gegen den Tod“. Sie setzten sich für Frieden ein und für die Schwachen der Gesellschaft. Dadurch werde die Auferstehungsbotschaft erfahrbar und erlebbar.

In den 34 Gemeinden des evangelischen Kirchenbezirks Göppingen wurde eine Fülle von Gottesdiensten gefeiert. Viele davon begannen in der Osternacht, andere fanden als Auferstehungsfeiern auf den Friedhöfen statt. In vielen Kirchen gestalteten Kirchen- oder Posaunenchöre den Gottesdienst mit. Etliche Gottesdienste waren als Familiengottesdienste auch für Kinder geeignet.

In diesem Jahr spielte in den Ostergottesdiensten die Partnerschaft mit dem Kirchenbezirk Menchum in Kamerun eine wichtige Rolle. Kurz vor dem geplanten Besuch einer Delegation aus Kamerun ist die Lage dort sehr konfliktreich. In den Fürbitten, die von den kamerunischen Partnern formuliert worden waren, wurde darum gebetet, dass sich die unheilvolle Spirale der Gewalt nicht in einem blutigen Bürgerkrieg fortsetzen möge.

„Ostern ist das Jubelfest des Lebens, für alle von uns, die wir im Lotto des Lebens gewonnen haben“, heißt es in der Botschaft des Geschäftsführers des katholischen Dekanats, Thomas Weber. Ein Mensch dürfe sich klar machen, es hätte auch ein anderer aus 300 Millionen Möglichkeiten empfangen und zur Welt gebracht werden können.

Die Geborenen bekamen diese Lebensmöglichkeit, die den vorher Genannten für immer verschlossen bleibe. „Wir haben den Jackpot des Lebens geknackt“, findet Weber. Das Leben, mit all seinen Freuden und all seinen Schwierigkeiten sei eine Chance, die es zu ergreifen gelte.

Freilich, dieses Leben sei endlich. Hier komme Ostern ins Spiel. Zu oft erstarrten Menschen in der Furcht vor dem Tod und verweigern sich erfülltem Leben. Ostern wolle aus der Todesangst lösen und den Blick auf die Chancen des Lebens richten.

Ostern öffne den Blick auf den Nächsten im Leben. Ostern fordere auf, im Handeln für den Menschen, der einem begegne, das eigene Leben, das Leben in Fülle, zu ermöglichen.

Thomas Weber zufolge versäumten es Kirchen leider viele Jahrhunderte lang, den Lebensmut zu predigen, der aus der Aufhebung der Endlichkeit durch die Auferstehung Christi an Ostern komme. Zu oft hätten sie sie von den Höllenqualen gepredigt, die nach dem Tod kämen. „Sie suhlten sich in Vorstellungen, die aus dem Erlöser von Angst und Furcht, aus Gott, einen sadistischen Folterknecht machten“, heißt es in Webers Osterbotschaft. Die Kirchen scheuten auch nicht davor zurück, das Hier und Jetzt in die Hölle zu verwandeln, die sie für die meisten Menschen nach dem Tod erwarteten.

„So nicht, sage Gott an Ostern“, deutet Weber die Überlieferung. Der Allmächtige packe die Menschen an den Schultern und drehe sie um. Gott verweise sie auf ihr Leben und sende sie hinein mit einem: Lebe!

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