Kreis Göppingen Geflüchtete nehmen Beratung „dankbar“ an

Kreis Göppingen / Kathrin Bulling 04.10.2018
Viel Aufwand, gute Nachfrage: Die Integra­tionsmanager im Landkreis Göppingen ziehen eine erste Bilanz ihrer Arbeit.

Bis zum 1. August hatten die bis dato zehn Integrationsmanager im Landkreis Göppingen Kontakt zu 915 Geflüchteten, erklärte Sachgebietsleiterin Monika Kögler im Sozialausschuss des Kreistags. Etwa ein Drittel der Klienten seien Einzelpersonen gewesen. Die Integrationsmanager arbeiten in fünf regionalen Teams.

Das Integrationsmanagement ist Teil des Pakts für Integration des Landes Baden-Württemberg. Während Donzdorf, Ebersbach, Eislingen, Göppingen und Salach ein eigenständiges Integrationsmanagement geschaffen haben, haben die restlichen Kreisgemeinden diese Aufgabe der Kreisverwaltung übertragen (wir berichteten bereits).

Das Beratungsangebot für jene Geflüchteten, die bereits in der Anschlussunterbringung leben, werde sehr gut und dankbar angenommen, sagte Kögler. Die Fragen der Geflüchteten beträfen häufig das Thema Wohnen; Familien erbäten oft Auskünfte zur gesellschaftlichen Teilhabe ihrer Kinder, etwa in Vereinen. Die Netzwerkarbeit der Integrationsmanager sei sehr wichtig, in den Beratungen gehe es oft darum, die Betroffenen an Behörden oder Einrichtungen verweisen zu können. „Das Ziel ist es, die Menschen zu ermächtigen, selbstständig in Deutschland zu leben“, erklärte Kögler.

Die Zusammenarbeit mit den Kommunen und den Ehrenamtlichen bezeichnete Kögler als gut; anfangs habe man noch häufig die Zuständigkeiten erklären müssen. Das Kreissozialamt geht davon aus, bis zum 1. November die Gesamtzahl von 16 Mitarbeitern erreicht zu haben. Problematisch sei, so Monika Kögler, dass die Stellenfinanzierung auf zwei Jahre befristet ist – für die Mitarbeiter fehle eine längerfristige Perspektive.

Bis zum Stichtag 31. Juli ergab sich für die Integrationsmanager bei 1400 Geflüchteten ein Betreuungsschlüssel von 1:104. Angesichts der zunehmenden Zahl anschlussuntergebrachter Flüchtlinge beabsichtige man, schwerpunktmäßig Personen mit sicherer Bleibeperspektive zu beraten. Enorm sei die Dokumentationspflicht: Täglich müssten bis zu 47 Kennzahlen pro Geflüchtetem erfasst werden. Man arbeite derzeit an einer EDV-Lösung.

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