Gut 14 Jahre war die Oberwälder Krone geschlossen. Damals ging eine lange Wirtshausgeschichte zu Ende, denn die Krone war über mehrere Jahrhunderte ein Gasthaus. Alte Bilder, die derzeit den Gastraum schmücken, zeigen das Gebäude in verschiedenen Epochen, auf einem ist zum Beispiel zu sehen, dass die Gastronomie früher im ersten Stock untergebracht war, weil unten die Stallungen waren.

Erdgeschoss wird zum Wohnraum umgebaut

Im vergangenen Jahr haben Tina und Michael Beck das Anwesen von Familie Scheuer gekauft und leben auch schon in der ehemaligen Pächterwohnung. Jetzt soll auch das Erdgeschoss zum Wohnraum umgebaut werden. Tina und Michael Beck, die beide aus Rechberghausen stammen, erzählen, dass sie von den Oberwäldenern sehr herzlich aufgenommen wurden und dass sie sich mit ihrer Familie in dem idyllischen Ort ausgesprochen  wohl fühlen.

Idee entstand bereits im April

Bereits im April entstand die Idee, noch ein großes Fest zu feiern, bevor alles ausgeräumt wird. An ein Event im jetzigen Umfang dachten sie damals noch nicht. Aber bald kamen immer neue Ideen und vor allem auch Mitstreiter dazu: Neben der Familie des Bruders Benjamin auch die Familien Betz und Kolb. Von Familie Scheuer, die das Haus trotz des langen Leerstandes immer in Schuss gehalten hat, kamen etliche Leihgaben, vor allem Bilder, für die Gestaltung des Lokals, damit  sich die Krone für die Abschiedsfeier, die seit Mittwoch bis heute, Samstag, an vier Abenden läuft, authentisch präsentieren kann. Aber auch andere Oberwäldener steuerten einiges zur Dekoration bei.

Vorhaben nahm immer größere Ausmaße an

So kam  eins zum anderen, und das Vorhaben nahm immer größere Ausmaße an. Benjamin Beck stellt darum fest: „Der Aufwand war gigantisch und steht eigentlich in keinem Verhältnis mehr.“ Das aber sagt er mit strahlendem Gesicht und wird unterstützt von Philipp Betz, der die Geselligkeit in der Vorbereitung lobt und trotz der vielen Arbeit feststellt: „Das Projekt war zu keiner Zeit eine Last, wir würden es jederzeit wieder machen.“

Tatsächlich ist es so viel Arbeit, dass die vier Familien sie nicht alleine bewältigen können: Viele Freunde, Nachbarn und Verwandte sind im Einsatz, um die Initiatoren zu unterstützen, so wie Manuel Fritz, der hinterm Tresen steht und zusammen mit  seinen Eltern den Arbeitseinsatz als Geschenk gegeben hat.

Provisorium für ein paar Tage

Wenn man das Lokal betritt, kann man dann auch nicht glauben, dass das alles nur ein Provisorium für ein paar Tage sein soll: Alles ist einladend hergerichtet, auf jedes Detail wurde geachtet, zum Beispiel die schönen Holz-Klemmbretter für die Speisekarte, die neben Vesper auch Schäufele mit Sauerkraut und Kürbissuppe aufweist und das überwiegend mit Zutaten aus regionalen Quellen. Außerdem gibt es selbst gepressten Most und Holzbackofenbrot aus dem örtlichen Backhaus.

Dauerhafter Betrieb ist ausgeschlossen

Da würden sich viele wünschen, dass das immer so wäre, wie die Familie Allmendinger aus Oberwälden, die das Lokal noch gut von früher kennt. In dem damaligen Speiselokal wurden die runden Geburtstage der Familie gefeiert. Einen dauerhaften Betrieb allerdings schließt die Familie Beck aus. Das Ehepaar hat drei Kinder und ist beruflich anderweitig engagiert. Glücklicherweise gibt es in Oberwälden aber ein beliebtes Vesperlokal, das Lamm. Damit steht der kleine Ort mit ungefähr 450 Einwohnern besser da als die meisten Dörfer ähnlicher Größe.

So bleibt es den Besuchern, nur die vier Tage in vollen Zügen zu genießen, was sie ganz offensichtlich tun. Viele kennen sich, und es wird geredet und gelacht. Auch die Verpflegung sorgt für zufriedene Gesichter. Heute ist die Krone dann das letzte Mal ab 11 Uhr geöffnet. Zusätzlich zum Vesper  gibt es am Nachmittag Kaffee und Kuchen. Alle Helfer sind übrigens ehrenamtlich im Einsatz. Michael Beck betont: „Das ist keine kommerzielle Veranstaltung, wenn etwas übrigbleibt, wird es gespendet.

Das könnte dich auch interessieren:

Göppingen

Konjunktureinbruch und Stellenabbau Bei Firmen im Kreis Göppingen droht Kurzarbeit

Göppingen