Baurecht Garage des Bürgermeisters ist zu lang

Jürgen Gröger will in Ottenbach bauen.
Jürgen Gröger will in Ottenbach bauen. © Foto: Giacinto Carlucci
DGR 21.02.2017

Ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage möchten der Eislinger Baubürgermeister Jürgen Gröger und seine Frau in der Schulstraße in Ottenbach bauen. Dem Gemeinderat lag in jüngster Sitzung das Baugesuch vor. Die Familie Gröger wohnt bisher in Göppingen. Der Architekt hat im vorigen Frühjahr die Beigeordnetenstelle in Eislingen angetreten.

Während das geplante Haus im Ottenbacher Gemeinderat  auf keine Einwände gestoßen ist, wurden gegen die gewünschte Garage erhebliche Bedenken laut. Daher versagte die große Mehrheit des Gremiums das Einvernehmen. Gröger soll bei seinem Baugesuch offenbar nachbessern.

In der Verwaltungsvorschlage für den Gemeinderat heißt es, „die geplante Bebauung entspricht weitgehend den vom Baurechtsamt vorgegebenen Bestimmungen“. Die Verwaltung hat daher Zustimmung empfohlen. Die Gemeinderäte fanden aber, dass die Garage, die 9,25 Meter lang werden soll, zu üppig geplant ist. Nach Landesbauordnung sind nämlich nur 9 Meter erlaubt. Zudem darf die Ansichtsfläche eines Gebäudes, das an die Grundstücksgrenze kommt, 25 Quadratmeter nicht überschreiten.

Die Sicht ist bei diesem Grundstück relevant, weil die kleine Nachbarfläche vermutlich nicht bebaut werden kann, weil dort die Abwasserleitung aus Hohenstaufen liegt. Der Blick bleibt also unverstellt. „Man sieht direkt drauf“, kritisierte Gemeinderat Thomas Dieterle die Planung. Andere Gemeinderäte wunderten sich, dass sich der Baubürgermeister nicht an die Vorgaben hält.

Baudezernent Gröger plant das zweigeschossige Haus mit einem Pultdach mit der geringen Neigung von 3 Grad sowie ohne Keller. Vermutlich soll ein Teil der Garage als Abstellfläche dienen.

Während bei einer Enthaltung die übrigen Gemeinderäte ihr Einvernehmen versagten, erklärte sich Bürgermeister Oliver Franz beim Bauantrag des Eislinger Kollegen für befangen.