Gammelshausen Gammelshausen verlangt Geld für Gemeindehaus-Belegung

Das Landratsamt fordert von der Gemeinde Gammelshausen eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft. Dem will Bürgermeister Daniel Kohl Rechnung tragen.
Das Landratsamt fordert von der Gemeinde Gammelshausen eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft. Dem will Bürgermeister Daniel Kohl Rechnung tragen. © Foto: Dignus.de Medien
JÜRGEN SCHÄFER 21.11.2014
Gammelshausen dreht an der Steuer- und Gebührenschraube, um die Finanzlage zu stärken. Bürgermeister Daniel Kohl hält das wegen anstehender Investitionen für nötig. Auch das Landratsamt drängt darauf.

Der Gammelshäuser Haushalt könnte in diesem Jahr die schwarze Null erreichen. Die Gewerbesteuer bringt nach aktuellem Stand 10.000 Euro mehr als am Jahresanfang erwartet. Trotzdem ist sie weit zurückgefallen, von früher 200.000 auf 110.000 Euro. Dass die Einnahmen noch minimal zugelegt haben, ist der stabilen Konjunktur zu verdanken, verdeutlichte Verbandskämmerer Thomas Herre im Gemeinderat. Das Landratsamt sehe die Gammelshäuser Finanzen allerdings kritisch. Das geringe Gewerbesteueraufkommen und deutlich gestiegene Umlagen für Grundschule und Kindergarten reiche wie im Vorjahr nicht zur schwarzen Null. Die Aufsichtsbehörde fordert eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft.

Dem will Bürgermeister Daniel Kohl Rechnung tragen. Er hatte zur jüngsten Sitzung gleich eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer vorgeschlagen, die jährlich 17.720 Euro Mehreinnahmen bringen würde. Das wurde vertagt. Man solle das bei den anstehenden Haushaltsberatungen behandeln, wenn man die Finanzlage für 2015 kenne, befand Hans Hohlbauch. Seine Ratskollegen folgten ihm.

Beschlossen wurden weitere und kleinere Schritte. Die Hundesteuer wird von 90 auf 108 Euro angehoben, das bringt 1600 Euro jährlich. "Das ist nicht die Welt", sagt der Schultes, aber die Erhöhung sei nach elf Jahren an der Zeit. "Wir liegen jetzt im guten oberen Mittelfeld." Entdeckt hat der Schultes noch eine andere Einnahmequelle: das Gemeindehaus. Bisher kann man es gratis belegen, ob für Familienfeiern oder Tagungen. "Zum Nuller können wir uns das nicht leisten", erklärt Kohl. Die Belegung kostet künftig 40 Euro für den Wintergarten, 60 für den großen Saal, 80 und 100 für kombinierte Belegungen oder komplett.

Eine "sehr humane Gebühr", findet Kohl, "die tut niemandem weh. Viele denken eh, es kostet was." Für diesen neuen Weg votierten sieben von elf Ratsmitglieder. "Das hatten wir früher nicht im Fokus", berichtet der altgediente Gemeinderat Hohlbauch, der die Neuerung richtig findet. Bisher habe man sich mit den Einnahmen aus der Bewirtung zufrieden gegeben. Die Gesamteinnahmen machten nur 13 bis 23 Prozent der Betriebskosten aus, die von der Bestuhlung bis zum Stromverbrauch reichen.

Kohl rechnet mit 2000 bis 3000 Euro Mehreinnahmen, schränkt aber ein: "Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein." Das reiche für einmal Parkettschleifen.

Am Gemeindehaus kann Gammelshausen verdienen. "Es brummt", sagt Kohl, es gebe im Jahr 40 bis 50 Veranstaltungen, Tendenz steigend. Fast jeden Samstag und Sonntag sei es belegt, oft auf zwei Ebenen. Neben Familienfeiern eigne es sich für Tagungen und Weihnachtsfeiern von Firmen, auch das Landratsamt buche die Säle hin und wieder. "Es ist weder Stadthalle noch Vereinsheim, es ist eine kleine Stadthalle mit toller Technik", schwärmt der Schultes.

Nicht rühren will die Gemeinde an den Reservierungen fürs nächste Jahr. Das sind schon über 15. Die bekommen die Räume noch zum Nulltarif, versichert Kohl.