Gammelshausen Gammelshausen stellt Weichen für barrierefreies Wohnen

Glücklich über den Einstieg in den Wohnungsbau für Senioren und junge Familien: Gammelshausens Bürgermeister Daniel Kohl mit dem Entwurf für das geplante Achtfamilienhaus am Bauplatz Hauptstraße/Schulweg.
Glücklich über den Einstieg in den Wohnungsbau für Senioren und junge Familien: Gammelshausens Bürgermeister Daniel Kohl mit dem Entwurf für das geplante Achtfamilienhaus am Bauplatz Hauptstraße/Schulweg. © Foto: Staufenpress
Gammelshausen / JÜRGEN SCHÄFER 24.07.2015
Gammelshausen hat die Voraussetzungen für ein Achtfamilienhaus für Senioren und junge Familien geschaffen. Die Kreisbau will in der Ortsmitte bis Sommer 2017 ein modernes Flachdachgebäude hochziehen.

Wohnraum schaffen für Senioren, denen ihr Haus zu groß geworden ist und die im Ort bleiben wollen. Wohnraum für junge Familien, die der Ort braucht: Das hat sich Bürgermeister Daniel Kohl bei Amtsantritt auf die Fahnen geschrieben. "Seit den 60er Jahren hat sich bei uns beim öffentlichen Wohnungsbau nichts mehr getan." Jetzt ist beides schon aufs Gleis gesetzt. Der Gemeinderat hat ein Grundstück an die Kreisbau vergeben, das er im vorigen Dezember von privater Seite gekauft hat.

Der Bauplatz liegt in Sichtweite des Rathauses. Es ist der Obstgarten eines alten landwirtschaftlichen Anwesens an der Hauptstraße, das die Gemeinde erworben hat. Zur Straße hin stehen noch das ehemalige Wohnhaus und die wuchtige Scheuer, die drei Stockwerke hoch aufragt. Dieser Teil wäre für barrierefreies Wohnen nicht in Frage gekommen. Zu dicht am Lärm der Hauptstraße, sagt Kohl. Aber im Obstgarten, der mit elf Ar die rückwärtige Hälfte bildet, passe es. Der Schultes schwärmt von der Lage in der Ortsmitte: "Kurze Wege zum Bäcker, zum Rathaus, zum Gemeindehaus."

Die Kreisbau war der Favorit des Gemeinderats, sie hat am Ort schon früher einiges gebaut. Dass der Wunschpartner sofort darauf einging, ist für den Schultes Beweis für die Qualität des Standorts. "Um die Kreisbau bemühen sich viele Gemeinden. Dass wir sie gewonnen haben, wird als Privileg angesehen."

Der Bauträger hat schon Pläne entwickelt. Für ein dreigeschossiges Flachdachgebäude, dessen oberstes Stock mit Penthouse-Wohnungen zurückgesetzt in Erscheinung tritt. "Auch städtebaulich ein Gewinn", sagt Kohl. "Ein Satteldach würde es unnötig hoch machen." Er verweist auf Holzelemente, die dem Gebäude eine gewisse ländliche Note geben. Dafür sorgt auch ein Gartenanteil. Die Autos sollen in einer Tiefgarage verschwinden, oberirdisch sind nur zwei Besucher-Parkplätze vorgesehen.

Eine Baulücke werde dadurch geschlossen, sagt Kohl, "das tut der Gemeinde gut". Der Bauplatz liegt am Schulweg, der bisher nur an der gegenüberliegenden Seite bebaut ist. Zwingend sei ein Gehweg, betonen Bürgermeister und Gemeinderat. Für die Sicherheit der Schul- und Kindergartenkinder nach Dürnau, aber auch für die vielen Spaziergänger, die in Richtung Dürnau und freier Landschaft unterwegs sind. Der Streifen von mindestens 1,20 Meter muss vom Grundstück abgezwackt werden. Im Rückraum soll ein Trafohäuschen fallen.

Im Gemeinderat ging es nur noch um Details. Ist der Schulweg breit genug für Begegnungsverkehr, der mit dem Achtfamilienhaus kommt? wollte Walter Krummrein wissen. Etwa fünf Meter sollen es werden, sagt Kohl. Es gebe Zuschüsse für die Straße aus der laufenden Ortskernsanierung. Sanierungsgelder stecken auch im Bauplatz selbst. Die Gemeinde hat ihn mit 60 Prozent Zuschüssen gekauft und will dieses Geld aus dem Erlös für weitere Sanierungsziele verwenden.

Ein weiterer Punkt: Passt die Fußgängerampel am Rathaus noch oder muss sie verlegt werden, wenn der Schulweg eine Erschließungsstraße wird? Die Verkehrsschau soll es klären. Heike Mohring bemängelte, dass die Gemeinde keinen Einfluss auf die Auswahl der Käufer und Mieter habe. Der Schultes sieht einen Vorteil für die Gammelshäuser: Sie seien vor Ort und könnten sich früher bewerben. Es könne sich aber auch eine Mischung aus Einheimischen und Auswärtigen ergeben.

Was mit alten Häusern auf dem vorderen Grundstücksteil geschieht, ist noch offen, sagt Kohl. Das leerstehende bäuerliche Wohnhaus lasse sich nicht als Asylquartier nutzen. Die Bausubstanz der mächtigen Scheuer sei gut.

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