Gammelshausen Gammelshausen stellt Grundstücke für Flüchtlingsquartiere zur Verfügung

JS 12.11.2015

Gammelshausen bietet dem Kreis für maximal fünf Jahre zwei Grundstücke in der Ortsmitte für Asylquartiere an. Die Gemeinde würde damit ihre "Planzahl" von 25 Flüchtlingen bis Ende 2016 locker erfüllen. Bisher hat sie keinen einzigen Platz. Auch, weil der Kreis drei Angebote nicht akzeptiert habe, so Bürgermeister Daniel Kohl. Ein altes Bauernwohnhaus in der Ortsmitte sei erst vergangene Woche nochmals besichtigt worden. Jetzt lässt es die Gemeinde abreißen, und direkt daneben können Wohncontainer oder Holzfertigbauten für 25 oder auch 30 Asylbewerber entstehen. Der Kreis müsste das Quartier bauen. Im Januar/Februar könnte der zweigeschossige Bau stehen, denkt Kohl.

Einstimmig und ohne Vorberatung habe der Gemeinderat seinem "spontanen" Vorschlag zugestimmt, freut sich der Schultes. "Wir müssen handeln." Das Landratsamt suche händeringend auch Flächen. Ihm fielen dabei Grundstücke in den Blick, die der Gemeinde schon lange gehören, an die aber keiner gedacht habe. Die Lage findet der Schultes vorteilhaft: "Man hat vom Rathaus den Blick drauf, es umgeht eine Ghettoisierung." Am Ortsrand hätte Gammelshausen auch Flächen, aber die sollen als Bauplätze erhalten bleiben und Geld in die Kasse bringen.

Der Gemeinderat wünscht Quartiere in Holzfertigbauweise. Das gebe den Menschen, die dort wohnen müssten oder dürften, das Gefühl, mehr in einem Haus als in einem Schiffscontainer zu wohnen, so Dr. Christoph Grünwald. Auch für die Einheimischen sei der Eindruck ein anderer. In direkter Nachbarschaft liegt nur ein Mehrfamilienhaus. Das Grundstück hangabwärts hat die Gemeinde voriges Jahr gekauft. Dort steht auch die Scheuer, die gegebenenfalls erhalten werden soll (siehe oben). Der Schultes will eine Infoveranstaltung für die Bürgerschaft einberufen. Der Gemeinderat begrüßt das. "Es gibt bestimmt begründete Befürchtungen, wenn da 25 Leute in einem Haus wohnen", sagt Grünwald. "Aber auch viele unbegründete."