Bestattungsform Gärtner übernehmen Grabpflege

Bad Überkingen / Ralf Heisele 05.05.2018

In Bad Überkingen werden künftig alternative Bestattungsformen angeboten. Die Nachfrage sei da, erklärte Bürgermeister Matthias Heim in der Ratssitzung am Donnerstagabend. Vor allem aus dem Hauptort würden sich dies immer mehr Bürger wünschen. Der Gemeinderat beschloss, in einem ersten Schritt Urnen-Gemeinschaftsgrabanlagen anzulegen – eine mit fünf Plätzen auf dem Friedhof in Oberböhringen und eine mit sieben Plätzen bei der Leichenhalle in Bad Überkingen. Das Besondere an den „Gärten der Erinnerung“: Die Angehörigen müssen sich nicht um die Gräber kümmern – das übernehmen Gärtner über die gesamte 15-jährige Laufzeit der Gräber. Die Gärtner kümmern sich nicht nur um die Gesamtanlage, sie bepflanzen jedes Grab auch drei Mal im Jahr.  Die Pflege obliegt der württembergischen Friedhofsgärtner eG.

Wie Brügermeister Heim erläuterte, werden die Grabanlagen mit Cortenstahl eingefasst. Der Stahl bekommt mit der Zeit eine Patina, die vor Durchrostung schützt. Die Hinterbliebenen könnten selber bestimmen, ob auf der Grabfläche eine Stele oder eine Grabplatte für den Verstorbenen gesetzt wird. Insgesamt geht Heim von Kosten von rund 7000 Euro für ein Grab aus. Darin seien die Friedhofsgebühren, das Grabmal sowie die Pflege enthalten. Je nach Ausführung des Grabmals könne es aber auch teurer werden. Eine Sonderanfertigung der Kunstgießerei  Strassacker sei natürlich teurer als eine einfache Grabplatte. Dies liege in der Entscheidung der Angehörigen.

Bau kostet 10 000 Euro

Der Bau der beiden „gärtnerbetreuten Grabanlagen“ kostet die Gemeinde rund 10 000 Euro.  Für den Bürgermeister geht es jetzt darum, den Startschuss zu geben. Es werde einige Monate dauern, bis die Anlagen fertiggestellt seien. Auch müsse man die Friedhofssatzung ändern. Weitere Maßnahmen für alternative Bestattungsformen sind laut Heim auch in den anderen Ortsteilen geplant.

 Im Bad Überkinger Gemeinderat begrüßte man das Vorhaben.  Hansjörg Kurz wollte wissen, ob der Preis von den Bürgern auch angenommen werde. Vom Bürgermeister bekam er ein eindeutiges Ja. „Die Kosten schrecken nicht ab.“ Das Interesse nach betreuten Grabanlagen sei da. Reinhard Straub schlug vor, bei weiteren Projekten auch günstigere Varianten wie Baumgräber zu berücksichtigen.