Rechberghausen Furchenrutscher feiern Prunksitzung mit vielen Gags

ANNEROSE FISCHER-BUCHER 16.11.2015
Rechberghäuser Weltstars boten ein Programm mit Musik und Tanz und Gags, die das Publikum bei den Furchenrutschern unterhielten.

Auf die Knef regnete es von drei agilen Ehrengast-Männern rote Rosen auf die Bühne, worüber sich die Oma, die mit ihrer Enkelin zum Vergnügen des Publikums zeitweise gestörtes Fernsehen guckte, beschwert: "Jetzt regnen sie schon in mein Wohnzimmer. Tu sie weg - aber halt, auf dem Friedhof kann ich sie noch brauchen." Deftig-derb, respektlos und witzig-komisch, wie es bei der Fasnet sein müsse, so Schilling, aber auch fein ging es am Samstagabend bei der ausverkauften Prunksitzung der Rechberghauser Narrenzunft der Furchenrutscher zu.

Im Abschluss-Potpourri der Tofuhe Singers war nicht nur Hildegard Knef nach Rechberghausen gekommen. Viele internationale Stars wie Doris Day, Elvis Presley, Tina Turner oder ein umwerfender Frank Sinatra machten dem Publikum in einer glänzenden Show mit bekannten Hits viel Vergnügen. Die Zuschauer entdeckten nicht nur den Star, sondern auch zuweilen ein ungeahnt komisches Talent des jeweiligen Hauseners.

Die beiden Markt- und Tratschweiber und Urgesteine Sofie (Magda Schröder) und Paile (Margret Giebler) zogen die örtliche High-Society und das Geschehen des vergangenen Jahres im Ort durch den Kakao. Sie nahmen die blöde Baustelle im Ort aufs Korn und hätten für das viele rausgeschmissene Geld lieber einen Tunnel von Bartenbach nach Wäschenbeuren gebaut und die Lorcher Straße in eine Reiner-Ruf-Gedächtnis-Allee umbenannt. Der Alt-Bürgermeister bekam sein Fett immer noch weg, während seine Nachfolgerin Claudia Dörner, "des Mädle im Rathaus, wo dia Sitzunga ratz-fatz macht", dieses Jahr noch geschont wurde. Sie habe ja bis jetzt noch nichts angestellt.

Tabulose Ratschläge

Elly Wagner plauderte in der Fass-Bütt, die von Diener Toni aufgebaut wurde, der unermüdlich vor und hinter der Bühne mit Noblesse im Einsatz war, über die Männer. Die Erfahrungen mit ihnen auf ihrer Schönheitsfarm gipfelten in der Erkenntnis, ein Mann sei und bleibe verhunzt. Nach Details zu Wohlfühltagen im Darm oder Vergleichen wie Magerquark oder ranziger Butter hatte sie als Aurelia vom Schuldenbuckel noch tabulose Ratschläge für das beste Teil des Mannes.

Evi Erdinger brach in ihrer Büttenrede eine Lanze fürs Schwäbische und ließ sich über die Schwaben, ihre Eigenheiten und die sprachlichen Unterschiede zum Hochdeutschen aus. Der "päbe und maulfaule" Schwabe beherrsche sämtliche tierischen Schimpfwörter vom Saudackel bis zur höchsten Steigerungsform Halbdackel. Was ein Spätzle denkt und erleiden muss, bis es "gessa" wird, darauf wusste sich die Spätzles-Schwäbin im doppelten Wortsinn einen Reim zu machen. Musik- und Tanzvorführungen belebten Schlag auf Schlag den Abend. Mit Dampf und Rauch mischten sich die Hexen mit ihren Hexenlichter-Pratzen bei unheimlicher Musik ins Publikum, bevor sie ihre diabolischen Tänze und Kapriolen aufführten.

Fein-hübsch war dagegen der Gardetanz der sechs- bis neunjährigen Nachwuchsmädchen "Lollipops", professionell besonders der zweite Tanz der Schlossgarde, die eine Zugabe tanzen musste, und feurig wie ihre feuerroten Struwwel-Perücken der Rock- und Poptanz der Blau-Weißen. Mark White sorgte als Alleinunterhalter gekonnt für die Musik und am Ende bekamen alle Darsteller den diesjährigen Saisonorden von Reinhard Kirchner und dem Grafenpaar Katrin Abele und Stefan Stadelmann überreicht.