Region Für Wintersportler ein Traum

So wünscht man sich den Winter: Blauer Himmel und tiefverschneite Pisten, wie hier am Bläsiberg in Wiesensteig, boten heuer ideale Verhältnisse für Wintersportler. Foto: Markus Sontheimer
So wünscht man sich den Winter: Blauer Himmel und tiefverschneite Pisten, wie hier am Bläsiberg in Wiesensteig, boten heuer ideale Verhältnisse für Wintersportler. Foto: Markus Sontheimer
THOMAS HEHN 07.03.2013
Hinter diesen Winter können alle Wintersportfans ein dickes Ausrufezeichen setzen! An bis zu 48 Tagen liefen die Lifte in der Region. Da musste sich heuer keiner im Stau Richtung Allgäu oder Alpen anstellen.

Der Schnee hat sich die letzten Tage zwar wacker gegen die Sonne gewehrt, doch spätestens mit dem für heute vorhergesagten Regen wird sich der Winter wohl endgültig verabschieden. Zeit auch für Wintersportler und Skiliftbesitzer in der Region, Bilanz zu ziehen.

Und die fällt heuer durchweg positiv aus. "Wir sind sehr zufrieden", betont Margret Bek vom Skilift Halde in Westerheim. Zwar fielen die für alle Liftbetreiber wichtigen Weihnachtsferien wieder mal ins Wasser, dafür lief es die übrige Saison hervorragend. Unterm Strich war der Lift an der Halde 44 Tage in Betrieb. Vor allem in den Faschingsferien strömten Ski-und Snowboardfahrer und füllten die Kassen, wenngleich sich Bek im Februar etwas mehr Sonne gewünscht hätte. "Dass auch wir den Nebel vom Donauried bekommen, ist ungewöhnlich", berichtet die Westerheimerin. Auf seinen 820 Metern Höhe erhebt sich Westerheim meist wie eine "Sonneninsel" über die Albhochfläche, während ringsum alles im Hochnebel versinkt.

Auch wenn der Februar trüb war: Es blieb kalt - und die pünktlich zu den Faschingsferien reichlich bescherte weiße Pracht damit auch liegen. Von der über Wochen anhaltend guten Schneelage profitierte man endlich wieder mal an den Wiesensteiger Bläsibergliften. Wo in Westerheim die Lifte erst beginnen, hören sie in Wiesensteig bekanntlich schon wieder auf. Diese 100 Höhenmeter weniger haben in den letzten Jahren immer wieder dazu geführt, dass man am Bläsiberg entweder nur wenige Tage oder überhaupt nicht Skifahren konnte. Diesmal sorgte eine bis zu 30 Zentimeter hohe Schneedecke dafür, dass Brettlfans an 33 Tagen in dem mit 3,5 Pistenkilometern größten Skigebiet der Region voll auf ihre Kosten kamen. "So gute Verhältnisse hatten wir schon lange nicht mehr", freut sich Skilift-Geschäftsführer Thomas Geiger. Der Andrang war zuweilen so groß, dass die Anlagen im Schöntal an ihre Kapazitätsgrenzen stießen. "Am Faschingssonntag wurde es schon eng", erinnert sich Geiger. Dank der guten Einnahmen überlegen sich Geiger und sein Liftteam, ob es für die kommende Saison für weitere Verbesserungen bei den Drehkreuzen am Zugang zu den Liften reicht: "Eventuell kommen wir günstig an ein berührungsloses Zugangssystem." Abgesehen davon soll es auf jeden Fall einige Aktionen geben: Im kommenden Jahr feiern die Bläsiberglifte ihr 50-jähriges Bestehen - "und zum Jubiläum wollen wir den Leuten schon was bieten", verspricht Geiger schon heute.

Zufriedene Gesichter gibt es auch auf der Ostalb: "Wenns so bleibt, unterschreib ich bei Petrus sofort einen Zehnjahresvertrag", scherzt Hubert Lang. Dabei hatte der Liftbesitzer am Kriegsburren heuer vor der Saison noch tief ins Portemonnaie gegriffen und sich wegen der mageren Schneefälle in den Jahren zuvor eine teure Kunstschnee-Beschneiungsanlage zugelegt (wir berichteten). Angesichts der ergiebigen Schneefälle hätte Lang seine Schneelanzen gar nicht anwerfen müssen. Der Treffelhausener tat es trotzdem - schon um sich mit der zum Teil recht komplexen Technik vertraut zu machen. Außerdem "hätten wir ohne den Kunstschnee wohl nie eine so kompakte Unterlage auf der Piste gehabt", betont Lang. Und das reichte, um die Lifte seit 8. Februar bis zum gestrigen Mittwoch ohne einen Tag Pause durchlaufen zu lassen. So konnte Lang am Kriegsburren stattliche 48 Betriebstage notieren.

Dass damit auch die Kundschaft ans Limit kommt, sehen die Liftbetreiber ein. "Die Leute haben allmählich genug vom Schnee, die warten jetzt auf den Frühling", räumt Thomas Geiger ein.