Birenbach Fünf Varianten für die Grundschulbetreuung

Eine Variante sieht einen Anbau im Westen der Schule vor. Auch ein freistehender Neubau im Südosten des Geländes ist denkbar. In einer Klausursitzung will man die Varianten abwägen.
Eine Variante sieht einen Anbau im Westen der Schule vor. Auch ein freistehender Neubau im Südosten des Geländes ist denkbar. In einer Klausursitzung will man die Varianten abwägen. © Foto: Staufenpress
Birenbach / Kristina Betz 18.07.2018
Neue Räume für die Grundschulbetreuung werden in Birenbach gesucht. Daraus könnte ein Großprojekt entstehen.

Wir müssen da dringend was machen“, macht Birenbachs Bürgermeister Frank Ansorge in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Handlungsbedarf besteht in Sachen Grundschulbetreuung schon seit Längerem, denn diese ist provisorisch in der Friedrich-von-Büren-Schule untergebracht. Deren Rektor Thomas Jaenecke hat allerdings selbst Raumnot und so muss eine neue Lösung für die Betreuung gefunden werden. Ein Neubau, ein Anbau oder die Umfunktionierung der Hausmeisterwohnung in der Schule schweben den Gemeinderäten und der Verwaltung vor.

Bereits 2017 entschied man,  das Vorhaben prüfen zu lassen. Architekt Erpo Wittlinger stellte den Kommunalpolitikern in der Sitzung am Montag fünf denkbare Varianten vor und wies zu Beginn seines Vortrages in aller Deutlichkeit darauf hin: „dass der Betreuungsbedarf weiter steigen wird“. Schon jetzt sind drei Betreuungskräfte in der Vormittags-, Mittags- sowie in der Nachmittagsbetreuung für 20 zu betreuunde Kinder da. Im Kinderhaus Rappelkiste sind derzeit 90 Kinder in fünf Gruppen untergebracht. Auch der Blick auf Nachbargemeinden zeigt: Der Bedarf nach einer Ganztagesbetreuung steigt immer weiter. Und auch einen anderen Aspekt müsse man bedenken, so Bürgermeister Ansorge: Möglicherweise komme auch bald der Rechtsanspruch auf die Grundschulbetreuung, was die Gemeinde noch stärker in die Pflicht nehmen würde. „Wir müssen jetzt schon die Weichen stellen“, macht Ansorge klar.

Architekt Erpo Wittlinger zeigt indes, dass es viele Möglichkeiten und Potenzial gibt. So könne die im Gebäude befindliche Hausmeisterwohnung umfunktioniert werden, eine Mensa könne man dann im Westen anbauen. Ebenfalls denkbar sei ein zweistöckiger Anbau, in diesem könnten dann sowohl die Betreuung als auch eine Mensa untergebracht werden. Denkbar ist auch, einen Neubau im Südosten des Geländes zu realisieren. Dieser könnte zweigeschossig werden und oben die Mensa und unten einen Seniorentreff beherbergen. Denn die Senioren im Ort treffen sich bislang einmal monatlich im „Bahnhöfle“ an der Bundesstraße. Die Räumlichkeiten dort sind aber nicht barrierefrei, gibt der Architekt zu bedenken.

Der Flächenbedarf für eine kombinierte Betreuungsmöglichkeit sowie die Mensa liegen bei rund 150 Quadratmetern. Davon entfallen 70 Quadratmeter auf die Mensa, legte der Architekt dar.

Für Seufzer sorgte die Kostenrechnung des Architekten. Man habe zwar vorher gewusst, dass das Projekt nicht günstig werde, aber „die Kosten schlagen jetzt schon ganz schön zu Buche“, bemerkte Gemeinderat Matthias Kaleyta (CDU). Von knapp einer Million bis hin zu fast zwei Millionen Euro reichen die Kosten für die fünf Varianten. Auch die Frage, wie ein solches Projekt finanziert werden soll, kam auf. Kämmerer Achim Gromann verwies auf eine nötige Kreditaufnahme sowie auch auf eventuell fällig werdende Fördergelder. Und Gemeinderätin Margarete Ritz (FWV) warf in den Raum, ob es nicht sogar Sinn mache, abzuwarten und auf die Gelder zu spekulieren: „Was ist, wenn in zwei Jahren der Rechtsanspruch und die Fördergelder kommen? Dann haben wir ohne Zuschüsse gebaut.“ Auch  Gemeinderat Michael Matzak vermutet, dass Fördermittel anstehen werden.

Im September wolle man in eine Klausursitzung mit allen Beteiligten gehen. Und wie Bürgermeister Ansorge in einem Fahrplan aufzeigte, am besten schon im kommenden Jahr einen Baubeschluss fassen und im Frühjahr 2020 mit dem Bau starten. Als „sportlich“ bezeichnete das so mancher Gemeinderat.

So sehen die fünf möglichen Varianten aus

1 Variante eins:
Hausmeisterwohnung wird auf zwei Geschossen zu Räumlichkeiten für die Schülerbetreuung umgewandelt. Mensa in einem Anbau im Westen. In allen Varianten wäre ein Aufzug denkbar. Geschätzte Kosten für die erste Variante: 1 060 000 Euro.

2 Variante zwei: zweistöckiger Anbau im Westen für Mensa und Schülerbetreuung. Kosten: 1 310 000 Euro.

3 Variante drei: Schülerbetreuung in der Hausmeisterwohnung. Mensa und Seniorentreff als separater Bau im südöstlichen Grundstücksteil. Kosten: 1 580 000 Euro

4 Variante vier: Schülerbetreuung als Anbau im Westen des Schulgebäudes unterbringen und Mensa sowie Seniorentreff als separater Bau im südöstlichen Grundstücksteil. Kosten: 1 970 000

5 Variante fünf: Schülerbetreuung in Hausmeisterwohnung und Mensa als separaten Bau im Westen aus vorgefertigten Raummodulen. Geschätzte Kosten: 935 000 Euro.

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