Kunst Fünf Männer – eine Ausstellung

Malerei oder Fotografie? Die großformatigen Arbeiten von Andreas Schweigel (l.) beeindrucken.
Malerei oder Fotografie? Die großformatigen Arbeiten von Andreas Schweigel (l.) beeindrucken. © Foto: Inge Czemmel
Inge Czemmel 13.01.2018

Was für eine „Männerwrtschft“, wenn bereits beim Ausstellungstitel Konsonanten verschlampt werden! Oder war’s vielleicht Absicht? Wollten Detlev Schorlau, Herbert Häbich, Karl Rau, Andreas Schweigel und Mathias Zondler Bilder in den Köpfen auftun? Auffordern genau hinzusehen? Oder auf Ungewöhnliches und Überraschendes hinweisen?

Bei der Vernissage ist schnell klar: „Männerwrtschft“ bedeutet in diesem Fall, dass sich Männer mit künstlerischen Ausdrucksweisen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, perfekt ergänzen können. Bereits im Erdgeschoss präsentieren alle fünf „Mannen“ Werke, die Lust auf weitere Stockwerke machen.

Auch wer sich gut mit Kamera und Objektiv auskennt, steht fasziniert vor Andreas Schweigels großformatigen Fotografien. Erst beim genauen Hinsehen – manche müssen auch hinfassen – erschließt sich, dass es sich um keine Gemälde handelt. Was ist das? Eine wilde Kriegsschlachtszene, springende Delphine, eine Frau mit Pferd? Die Bilder, die sich vor dem inneren Auge auftun, sind in Wirklichkeit Detailaufnahmen von Szenen und Oberflächen, die sich vornehmlich auf Schrottplätzen finden.

Detlev Schorlaus Werke inspirieren ebenfalls die Fantasie und lassen spüren, dass der Künstler – der sich selbst als „Malhandwerker“ sieht – seine Bilder tatsächlich nicht malt, sondern erarbeitet. Spachteln, schütten, sprühen, Material ausprobieren, spielen, experimentieren, Akzente setzen: Die Freude am Schaffen ist geradezu sichtbar, die kräftige, klare Farbgebung verstärkt die expressive, kraftvolle Bildsprache.

Randy mit dem Handy

„Randy mit dem Handy“ – nicht nur diese Skulptur von Matthias Zondler zaubert beim ersten Hinsehen ein Schmunzeln auf die Gesichter. Beim zweiten Blick beginnt es in den meisten Köpfen zu arbeiten. Die Installationen aus Altem, Ausgedientem und scheinbar Nutzlosem beschäftigen sich mit gesellschaftspolitischen Themen und erzählen Geschichten, die Kopfkino in Gang setzen.

Genau wie die Metallskulpturen des von Feuer und Eisen faszinierten Herbert Häbich, dem es derzeit der weibliche Körper angetan hat. Seine aus Eisenteilen, Schrott oder Stahlträgern gefertigten Frauenfiguren vermitteln überraschende Leichtigkeit und erscheinen aus verschiedenen Blickwinkeln heraus fast bewegt.

Bewegung und scheinbar Erkennbares zeigt sich auch in Karl Raus abstrakten Bildern, die eindrucksvoll die ganze große Bandbreite des gegenstandslosen Ausdrucks aufzeigen. Inge Czemmel