Gussenstadt Führungskrise beim TSV Gussenstadt ist überwunden

Nach kurzer Krise ist der TSV Gussenstadt mit neuer Führung wieder handlungsfähig: Künftig teilen sich Thomas Thierer, Dieter Borth und Elke Schwarz (v.l.) als gleichberechtigtes Trio die Aufgaben. Rechts Ortsvorsteher Werner Häcker.
Nach kurzer Krise ist der TSV Gussenstadt mit neuer Führung wieder handlungsfähig: Künftig teilen sich Thomas Thierer, Dieter Borth und Elke Schwarz (v.l.) als gleichberechtigtes Trio die Aufgaben. Rechts Ortsvorsteher Werner Häcker. © Foto: bi
ULRICH BISCHOFF 15.07.2014
Die Führungskrise beim TSV Gussenstadt ist überwunden: Künftig teilen sich Dieter Borth, Elke Schwarz und Thomas Thierer gleichberechtigt die Aufgaben an der Spitze des größten Vereins am Ort.

Der TSV Gussenstadt ist wieder uneingeschränkt handlungsfähig. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung haben 60 Mitglieder am Freitag im Clubhaus ein mit jeweils gleichberechtigten Handlungsvollmachten ausgestattetes Dreiergremium an die Spitze des mit rund 500 Mitgliedern größten Vereins am Ort gewählt. Jeweils einstimmig wurden per Handzeichen Elke Schwarz (45), Thomas Thierer (44) und Dieter Borth (54) zu den neuen Vorsitzenden bestimmt. Dies gilt bis zur nächsten Hauptversammlung im März 2015.

Dem mit Spannung erwarteten Wahlgang war die Änderung und mit ihr die Modernisierung der Vereinssatzung vorausgegangen. Die alte Version des acht Seiten langen Schriftstückes war nach Auffassung vieler Mitglieder zu sehr auf die Position des 1. Vorsitzenden zugeschnitten. Die neue Satzung, die am Freitag noch einmal geringfügig geändert werden musste, verlagert die Verantwortung auf mehrere Schultern. Die Führungskrise verlief für den TSV dramatisch, nachdem der Erste Vorsitzende Bernd Maurer und sein Stellvertreter Thomas Thierer ihre wiederholt geäußerten Ankündigungen wahr gemacht und bei der Hauptversammlung im März nicht wieder kandidierten. Trotz intensiver Bemühungen, die unter anderem in einem dramatischen Appell an die Mitglieder gipfelte, ließen sich für Maurer und Thierer keine Nachfolger finden. Der Verein stand endgültig ohne Führung da und hatte damit nach dem Buchstaben des Gesetzes auch seine Geschäftsfähigkeit verloren. Ein vom Amtsgericht verordneter Notvorstand drohte und mit ihm gar die Auflösung des renommierten Vereins. Die einzige, die noch zur Stange hielt, war die emsige Schatzmeisterin Karin Mauthner.

In der Stunde der Not versammelte Ortsvorsteher Werner Häcker sechs gestandene Mitglieder um sich und bildete mit ihnen zusammen ein "Suchgremium". Neben Häcker bemühten sich Ehrenvorsitzender Otto Thierer, Gemeinderat Georg Jäger, der ehemalige Fußballabteilungsleiter Dieter Borth, Elke Schwarz, die frühere Vorsitzende des Jugendausschusses und der Fußballer Martin Rebhahn um ein neues Führungsteam. Den Grund für die Krise sahen sie auch in der nicht klar gefassten Satzung.

Nach gut einstündiger Prozedur am Freitag, in der neben den neuen Vereinschefs Anita Algner als "Beisitzerin Clubhaus" gewählt wurde, ging ein spürbares Aufatmen durch die Reihen. Im Namen des neu gewählten Triumvirats ergriff Dieter Borth das Wort, verglich den TSV mit einem notgelandeten Flugzeug, das "jetzt nicht mehr auf dem Acker, sondern startklar auf der Rollbahn steht". Der bisherige Vorstand war nach Auffassung Borths "klar überlastet". Umkrempeln wollen die neuen Vorsitzenden nichts, wohl aber die Aufgaben unter sich verteilen: Für die Öffentlichkeitsarbeit zeichnet künftig Elke Schwarz verantwortlich, das Ressort Technik übernimmt Thomas Thierer während Dieter Borth sich für die Verwaltung verantwortlich fühlt.