Göppingen Nachruf: Früherer Stadtarchivar ist gestorben

Manfred Akermann ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
Manfred Akermann ist im Alter von 86 Jahren gestorben. © Foto: Privat
Göppingen / SWP 13.02.2018
Der frühere Göppinger Stadtarchivar Manfred Akermann ist gestorben.

Am 5. Februar starb Stadtoberarchivrat im Ruhestand Manfred Akermann im Alter von 86 Jahren. Manfred Akermann begann seine berufliche Laufbahn 1951 in Göppingen mit der Ausbildung für den gehobenen Archivdienst. 1955 wählte ihn der Göppinger Gemeinderat zum ersten hauptamtlichen Stadtarchivar und Museumsleiter, nebenamtlich war er bis 1970 Kreisarchivar.

In seiner Göppinger Amtszeit bis 1973 begründete Manfred Akermann die Veröffentlichungsreihe des Stadtarchivs, erarbeitete zahlreiche Sonderausstellungen für das Stadtmuseum und setzte im Storchen neue Schwerpunkte. Er schuf die Grundlagen für die Sammlung der Werke der mit Stadt und Kreis verbundenen Künstler Johann Jakob Haid, Johannes Woelffle, Johann Baptist Straub, Franz Xaver Messerschmidt und Jakob Grünenwald. Manfred Akermann war auch für die Einrichtung des 1970 neu geschaffenen Naturkundlichen Museums in der Alten Badherberge Jebenhausen verantwortlich.

Nach 1973 war Manfred Akermann für kurze Zeit Leiter des Kulturamts der Stadt Memmingen, von 1974 bis 1985 war er Leiter des Stadtarchivs Heidenheim. Seine 40-jährige Berufstätigkeit beendete er 1993 als Leiter des Stadt- und Hospitalarchivs Schwäbisch Hall.

Durch die gesamten Berufsjahre wie die Aktivitäten im Ruhestand zog sich wie ein roter Faden Manfred Akermanns Interesse an der Erforschung und Vermittlung der Geschichte. Er hielt Vorträge und Seminare an den Volkshochschulen, bildete Stadtführer aus, organisierte und leitete eine Vielzahl von Studienfahrten; präsentierte historische Themen in vielen Ausstellungen, hatte ein besonderes Auge auf denkmalpflegerische Belange, erreichte als Herausgeber und Hauptautor der Heimatgeschichtlichen Beilagen der NWZ von 1960 bis 1973 ein geschichtsinteressiertes Publikum und veröffentlichte zahlreiche Bücher.

Auch das ehrenamtliche Engagement gehörte zu Manfred Akermanns Leben. So war er von 1965 bis 1973 Vorsitzender des Geschichts- und Altertumsvereins Göppingen, 1968 Mitbegründer und fünf Jahre lang Geschäftsführer der Staufergesellschaft, von 1969 bis 1973 Vorsitzender des Museumsverbands Baden-Württemberg, von 1969 bis 1981 aktives Mitglied im Vorstand des Vereins deutscher Archivare. Für sein Engagement für die Heimat- und Staufergeschichte wurde Manfred Akermann mehrmals geehrt: Der Geschichtsverein machte ihn zum Ehrenmitglied, die Gesellschaft für staufische Geschichte zeichnete ihn mit dem internationalen Preis Premio Federichino aus, die Stadt Göppingen verlieh ihm die Bürgermedaille.

Wer Manfred Akermann persönlich kannte, der schätzte seine fundierte Sachkenntnis, stete Hilfsbereitschaft und sein freundliches Wesen, heißt es im Nachruf vom Göppinger Stadtarchivar Dr. Karl-Heinz Ruess. Sein großes Wissen werde in seinen Aufsätzen und Büchern weiterleben.

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