Er war der Inbegriff des Dorfschultes: 36 Jahre lang saß Bernhard Frick auf dem Chefsessel im Ottenbacher Rathaus. Am vergangenen Freitag ist der Ehrenbürger der Gemeinde im Alter von 78 Jahren gestorben.

Bürgermeister in Ottenbach schon mit 25 Jahren

Das Bürgermeisteramt war Frick in die Wiege gelegt worden: Sein Vater war Rathauschef in Neuhausen auf den Fildern, später Landtagsabgeordneter. Also kandidierte der Sohn nach seiner Ausbildung zum gehobenen Verwaltungsdienst in Ottenbach – und wurde mit 25 Jahren Bürgermeister. Das blieb er dann auch sehr lange: Als Bernhard Frick Anfang März 2002 in den Ruhestand ging, war er mit 36 Amtsjahren der dienstälteste hauptamtliche Bürgermeister im Landkreis. Dabei war es keineswegs klar, dass er immer im „Tal der Liebe“ bleiben würde. Im Interview mit der NWZ gestand er an seinem letzten Arbeitstag, dass er durchaus überlegt hatte, sich in größeren Kommunen zu bewerben. In Donzdorf und Meersburg hatten mögliche neue Chefsessel gestanden. Doch an den Bodensee wollte die Familie nicht. „Die 700-Jahr-Feier in Ottenbach gab für mich den Ausschlag, nicht in Donzdorf zu kandidieren“, erzählte Frick.

Frick fühlte sich Ottenbach sehr verbunden

Das zeigte seine große Verbundenheit zu Ottenbach, dessen Einwohnerzahl sich während Fricks Amtszeit nahezu verdoppelte – auf 2400. „Der Zusammenhalt und der Gemeinschaftssinn im Dorf waren und sind das Schönste in Ottenbach“, war sich Frick sicher. Unter seiner Ägide verwirklichte die Gemeinde unter anderem die Breitfeldsiedlung, gemeinsam mit der TSG die Sportanlage im Buchs, das Feuerwehrmagazin und das Gewerbegebiet Neuhof. Frick war maßgeblich beteiligt an der Gründung des Gemeindeverwaltungsverbands Eislingen-Ottenbach-Salach, Aufsichtsrat der Neckarwerke und Verbandsvorsitzender des Neckar-Elektrizitätsverbands NEV.

Nachfolger Oliver Franz über Frick: „Großer persönlicher Einsatz“

Im Nachruf der Gemeinde schreibt Fricks Nachfolger Oliver Franz über seinen Vorgänger im Amt: „Durch seinen großen persönlichen Einsatz hat er sehr viel dazu beigetragen, dass unser Ort so ist, wie er sich heute präsentiert: liebenswürdig und zukunftsfähig.“ Der Ausgleich zwischen den Menschen sei ihm immer ein großes Anliegen gewesen. „Durch sein diplomatisches Geschick konnte er viel bewegen. Dabei blieb er stets bodenständig und nahbar, heimatverbunden und humorvoll.“ Ebenfalls humorvoll zeigte sich der zwei Meter große Franz bei seiner eigenen Amtseinsetzung im April 2002: „Ottenbach verliert den Nimbus des Ortes mit dem schönsten Bürgermeister, dafür zieht der größte Bürgermeister ins Rathaus ein.“ Für seine Verdienste wurde Frick als erst drittem Ottenbacher im Jahr 2003 die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde verliehen.

Er hinterlässt seine Frau Uschi Frick, zwei Töchter sowie fünf Enkel.

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