Winfried Kretschmann soll Ministerpräsident bleiben. Dafür wollten die Bewerber der Grünen um die Kandidatur im Wahlkreis Göppingen kämpfen. Es gehe nicht um Pöstchen, sondern um Grüne Werte, hat der Sieger der Nominierungsversammlung, Alex Maier, in Rechberghausen gesagt. „Es geht darum, dass wir die Wahl im März gewinnen“, hob Jörg Matthias Fritz in einer Rede hervor. Sie wolle mit allen Lagern ins Gespräch kommen, und einen „superguten Wahlkampf machen“, hatte Ulrike Haas versprochen. Auch der Kreisvorsitzende Berthold Frieß mahnte zu Geschlossenheit: „Ich erwarte, dass wir uns hinter der Person versammeln, die nominiert wird, und die Reihen schließen“.

Am Montag sah es nicht so aus, als ob sich Frieß’ Wunsch erfüllen würde. Fritz kündigte an, dass er zwar sein Mandat bis März ausfüllen und sich für den Wahlkreis einsetzen wolle. Das sei er seinen mehr als 13 500 Wählern schuldig. Er will jedoch nicht in den Wahlkampf ziehen. „Ich werde mich heraushalten.“ Er wolle sich in die Politik seines Nachfolgers nicht einmischen. Fritz vermutet, dass die jüngsten Vorgänge die Grünen im Kreis schwächen.

Aus seiner Sicht ging es auch darum, ob die Partei „Volkspartei“ werden und sich neuen Schichten öffnen will. Die Wahl Maiers ist für Fritz „eindeutig ein Linksruck“. Der Abgeordnete erinnert an die Zeit vor der letzten Landtagswahl. Als er gefragt worden sei, ob er kandidiere, habe er, so Fritz, auf die drei erfolgreichen Kommunalpolitikerinnen hingewiesen. Er sei nur angetreten, weil er vermeiden wollte, dass die Göppinger Grünen erneut einen fremden Bewerber holen müssen.

Fritz spielt mit seinem Hinweis auf Dorothee Kraus-Prause, Martina Zeller-Mühleis und Ulrike Haas an. Die Zusammenarbeit mit den Kreisrätinnen sei von Anfang an schwierig gewesen. Dies habe in der Nominierungsversammlung auch die Frage nach der B 10 gezeigt. Aus seiner Sicht sind gut ausgebaute Hauptachsen wichtig. Dazu zählt Fritz neben der B 10 auch die Schiene und die A 8. Darin sieht sich Fritz mit Landesverkehrsminister Winfried Hermann einig.

Zu einer Austrittswelle ist es seit Freitag nicht gekommen, berichtet Kreisgeschäftsführer Joachim Abel. Jedoch ist am Montag ein Mitglied abgesprungen. Die Frau begründet dies damit, dass in den vergangenen Wochen vom Kreisvorstand hinter den Kulissen gegen Fritz Stimmung gemacht worden sei.