An Heiligabend darf in den meisten Familien der traditionelle Christbaum nicht fehlen. Schon Tage davor gehen Eltern mit ihren Kindern in den Wald, um ihren Baum zu fällen. Für viele ist das ein beliebtes Ritual zur Weihnachtszeit. Andere wiederum kaufen ihren Baum ohne größeren Aufwand in einem Baumarkt. Doch was passiert mit den Exemplaren, die bis Weihnachten nicht verkauft werden?

„Die übriggebliebenen Christbäume verarbeiten wir weiter zu Holzhackschnitzeln“, erklärt Georg Gallus vom Uhlandhof in Hattenhofen. Die Holzreste werden zum Heizen verwendet. Das Tannenreisig werde zudem als Futter für Ziegen oder Pferde genutzt, „oder auch zu Friedhofskränzen weiterverarbeitet“. Allgemein bleiben jedoch nicht viele Bäume in der Weihnachtszeit vor Heiligabend übrig. Wenn Georg Gallus bemerkt, dass auf seinem Hof doch mal zu viele Christbäume stehen, lässt er keine Selbsternte mehr zu. Die Kunden sollen dann die bereits geschlagenen Bäume kaufen. „Das Wochenende am dritten Advent ist dann unsere Hauptsaison, da verkaufen wir erfahrungsgemäß die meisten Bäume“, berichtet Gallus. Der zweite Advent sei sehr verregnet gewesen, deshalb hätten viele erst Mitte Dezember anfangen, ihre Christbäume für Heilig Abend zu besorgen.

Auch in der Mittelmühle in Adelberg kann man Bäume selbst fällen und mit nach Hause nehmen. Viele Weihnachtsbäume bleiben auch bei Inhaber Harald Müller nicht übrig, dennoch sieht er die unverkauften Weihnachtsbäume generell als Problem. „Das ist natürlich Verlustware“, betont er. Lösen könne er das, indem er erst gar nicht zulasse, dass ein Überschuss anfalle, berichtet Müller.

So habe er in den vergangenen Jahren, und auch in diesem Winter, glücklicherweise keinerlei Schwierigkeiten gehabt. „Nur ein kleiner Teil bleibt am Ende übrig und da haben wir einen Abnehmer, der den Rest an Kleinware kauft.“ Auch in der Mittelmühle werden die übriggebliebenen Bäume zu Trauerkränzen weiterverarbeitet oder an Tiere verfüttert. Die Nachfrage hierfür sei aber sehr gering. „Es bleibt davon nur eine unrelevante Menge an Schreddergut übrig, so wie auch in den letzten Jahren“, erklärt er.

An der Weihnachtsbaumkultur allgemein bemängelt Müller, dass die Gesellschaft nur einen Baum sucht, der perfekt aussieht. Der Rest werde beispielsweise in großen Baumärkten erst gar nicht zum Verkauf angeboten und direkt entsorgt. In seinem Betrieb biete er dafür in einer Spezialabteilung extra Christbäume an, die „von der Natur geküsst“ seien. Das heißt, sie sind eben nicht gleichmäßig geformt oder haben beispielsweise krumme Spitzen. Damit hätten sie jedoch einen einzigartigen Wiedererkennungswert.

Manche Kunden wollen genau solche Weihnachtsbäume in ihren Wohnzimmern. „Es ist traurig, dass so viele Bäume in Baumärkten gezüchtet, und danach einfach geschreddert werden, da der Überschuss zu groß ist“, findet er. Oder weil diese eben nicht perfekt genug aussehen würden. Seiner Meinung nach müsse die Gesellschaft in diesem Bereich umdenken. Dann würden vielleicht seltener Weihnachtsbäume unnötig geschreddert und dadurch noch weniger Bäume nach Weihnachten übrigbleiben.